05:01 28 September 2020
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    Der Ex-Sicherheitsberater des US-Präsidenten John Bolton hat in seinen vor kurzem erschienenen Memorien unter anderem verraten, welchen Eindruck das Treffen mit dem russischen Staatschef Waldimir Putin vor zwei Jahren bei ihm hinterlassen hat.

    Ende Juni 2018 waren Bolton und Putin zu einem anderthalbstündigen Treffen in Moskau zusammengekommen, kurz vor dem US-russischen Gipfel in Helsinki.

    „Putin hat mich damit überrascht, dass er alles komplett verstanden hat, dass er ruhig und selbstbewusst war, egal um welche innenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen in Russland es ging. Er war sich der nationalen Sicherheitsprioritäten Moskaus voll bewusst. Ich würde ihn nicht mit Trump allein in einem Raum lassen wollen“, schreibt Bolton in seinem Buch „Der Raum, in dem es geschah: Memoiren aus dem Weißen Haus“ („The Room Where It Happened: A White House Memoir“), das seit Dienstag erhältlich ist.

    Im Juli 2018 hielten Putin und Trump ihr erstes vollwertiges Treffen in der finnischen Hauptstadt ab.

    Sie besprachen Möglichkeiten zur Normalisierung und Entwicklung der bilateralen Beziehungen sowie aktuelle Fragen der internationalen Agenda. Nach den Gesprächen bekundeten die beiden Staatschefs ihr Interesse an einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Allerdings wurde seither in diesem Bereich wenig getan.

    Trumps Haltung gegenüber Putin bleibt ein Rätsel

    Dabei blieb die persönliche Haltung von Trump gegenüber dem russischen Präsidenten für Bolton offenbar eine unbekannte Größe:

    „Was die Beurteilung in Bezug auf Putin selbst anbetrifft, so hat er (Trump) nie eine Meinung geäußert, zumindest nicht vor mir. Ich habe nie gefragt, was Trump denkt, vielleicht aus Angst vor dem, was ich hören könnte. Seine persönliche Haltung gegenüber dem russischen Staatschef blieb ein Rätsel“, so Bolton.

    Er sei sehr beunruhigt gewesen, als Trump dem russischen Präsidenten zu seiner Wiederwahl im Jahr 2018 gratuliert habe, schrieb Bolton:

    „Ich habe (…) eine sehr harte Meinung darüber geäußert, wie Amerika auf diesen Angriff (den Vorfall im britischen Salisbury – Anm. d. Red.) reagieren sollte, und diese Ansicht vertrete ich immer noch. Es war also beunruhigend zu lesen, dass Trump auf Empfehlung von (dem damaligen nationalen Sicherheitsberater Herbert) McMaster Putin zu seinem ‚Sieg‘ bei den russischen Präsidentschaftswahlen gratulierte", so Bolton weiter.

    Schließlich habe Trump jedoch mehr als 60 russische Diplomaten ausgewiesen, erinnert Bolton seine Leser.

    Boltons Entlassung

    Bolton hatte 17 Monate lang in der Trump-Administration gearbeitet und wurde im September 2019 von seinem Posten enthoben. Medienberichten zufolge ist seine Entlassung auf Meinungsverschiedenheiten mit dem US-Präsidenten über die US-Politik gegenüber Afghanistan, Nordkorea und dem Iran zurückzuführen. Trump äußerte, er sei mit vielen Vorschlägen von Bolton nicht einverstanden.

    Fall Skripal

    Am 4. März 2018 sollen der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia laut Darstellung der britischen Behörden mit einem Nervengift in Salisbury vergiftet worden sein. Das löste einen großen internationalen Skandal aus. London machte Russland für die Vergiftung verantwortlich. Moskau wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung.

    Zudem hatte das russische Außenministerium die damalige britische Premierministerin, Theresa May, einer Lüge überführt. May hatte zuvor behauptet, dass das Gift für die Skripals in Russland hergestellt worden sei. Das britische Militärlabor von Porton Down widerlegte dies jedoch.

    Anfang Juni 2020 berichtete die Zeitung „Sunday Times“ unter Verweis auf Regierungsquellen, Sergej Skripal und seine Tochter Julia sollen derzeit in Neuseeland leben.

    asch/ae/sna

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