05:10 28 September 2020
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    Stéphane Dujarric, Pressesprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres, hat Ägypten vor einem militärischen Eingreifen in Libyen gewarnt und ein Ende der Kämpfe in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland gefordert.  

    Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, der den Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, Khalifa Haftar, politisch unterstützt, hatte am Samstag beim Besuch eines Luftwaffenstützpunktes nahe der libyschen Grenze erklärt, sein Land sei bereit, den libyschen Stämmen in ihrem Kampf gegen die ausländische Einmischung durch Ausbildung und Bewaffnung zu helfen. Auch ein direktes Eingreifen Ägyptens in Libyen wäre laut al-Sisi vom Völkerrecht gedeckt. Die Stadt Sirt rund 900 Kilometer von der ägyptischen Grenze bezeichnete er als eine rote Linie für die Truppenbewegung. Haftars Armee begrüßte al-Sisis Statement.

    Stéphane Dujarric, Pressesprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres, wurde auf einer Pressekonferenz auf Ägyptens mögliches Eingreifen angesprochen.

    „Noch mehr Kämpfe und Mobilmachung, mehr Waffennachschub und mehr ausländische Kämpfer oder Söldner sind das Letzte, was Libyen jetzt braucht“, kommentierte Dujarric. „Wir bitten die Kämpfe einzustellen. Was wir vor kurzem beobachtet haben, besorgt uns.“

    Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Eine von den UN anerkannte Regierung von Fayiz as-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Khalifa Haftar, die mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat kooperiert und im Osten Libyens das Sagen hat.

    Die Regierung in Tripolis wird von der Türkei unterstützt, die Libysche Nationalarmee von Ägypten. Am 6. Juni traf Ägyptens Präsident al-Sisi den Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee Khalifa Haftar und den Chef des im Osten Libyens residierenden Parlaments.  

    Nach dem Treffen kündigte al-Sisi eine Initiative für eine neue Waffenruhe ab 8. Juni an, der Haftar sowie Russland, die USA, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zustimmten. Die Regierung Fayiz as-Sarradsch und die Türkei lehnten die vorgeschlagene Feuerpause jedoch ab.

    Haftars Truppen versuchen seit mehr als einem Jahr, Tripolis zu besetzen. In den letzten Wochen meldeten sie bedeutende Erfolge bei den Kämpfen um die Hauptstadt und kündigten an, die Stadt Sirt und weitere Gebiete östlich von Tripolis unter ihre Kontrolle bringen zu wollen.

    leo/ae

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    Tags:
    António Guterres, Stephane Dujarric, Abdel Fattah al-Sisi, Warnung, Einmischung, Einmarsch, Ägypten, Libyen, Uno