11:57 04 Juli 2020
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    Der frühere nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten John Bolton hat in seinen Memoiren erklärt, warum sich die Vereinigten Staaten zu einem aktiven Vorgehen gegen die venezolanischen Behörden entschieden hatten.

    Boltons Buch „Der Raum, in dem es geschah: Memoiren aus dem Weißen Haus“ („The Room Where It Happened: A White House Memoir“), in dem der einstige Sicherheitsberater seine Tätigkeit in der Administration Trump in den Jahren 2018 und 2019 schildert, ist seit Dienstag erhältlich.

    „Maduros autokratisches Regime war aufgrund seiner Beziehungen zu Kuba und der Möglichkeiten, die es Russland, China und dem Iran bot, eine Bedrohung. Die Gefahr aus Moskau war unbestreitbar, sowohl militärisch als auch finanziell, da es beträchtliche Ressourcen aufgewendet hatte, um Maduro zu unterstützen und in der Öl- und Gasindustrie Venezuelas zum Nachteil der Vereinigten Staaten zu dominieren. Peking lag nicht so weit zurück“, schreibt Bolton.

    Kurz nach Jahreswende 2018/19 habe Trump ihm gesagt, er mache sich Sorgen um Russland und China: „Ich will nicht mehr einfach zusehen“, soll der US-Staatschef geäußert haben.

    „Amerika ist seit der Monroe-Doktrin (sie geht auf die von dem US-Präsidenten James Monroe 1823 entworfenen außenpolitischen Grundzüge zurück, denen zufolge die Vereinigten Staaten auf dem Doppelkontinent Amerika keinerlei Einmischung aus Europa und anderen Ländern dulden würden – Anm. d. Red.) mit äußeren Bedrohungen in der westlichen Hemisphäre konfrontiert worden, und es ist an der Zeit, sie wiederzubeleben, nachdem (Präsident Barack) Obama und (Außenminister John) Kerry versucht haben, sie zu begraben“, so Bolton.

    Außerdem habe Venezuela das an Ölvorkommen reiche Nachbarland Guyana gefährdet, fuhr Bolton fort.

    Ursprünglich habe Trump sogar die Möglichkeit von Verhandlungen mit Maduro in Erwägung gezogen. Später habe der US-Staatschef das Interesse an der Idee verloren. .

    Am Montag hatte Trump verkündet, er sei nur zu Gesprächen mit Maduro bereit, um dessen Rücktritt zu besprechen.

    Anfang 2019 hatten in Venezuela Massenproteste gegen den amtierenden Präsidenten des Landes, Nicolás Maduro, begonnen, kurz nachdem er seine zweite Amtszeit als Präsident angetreten hatte. Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaidó erklärte sich danach zum Interimspräsidenten, wobei die USA und europäische Länder Guaidó als neuen Staatschef anerkannten.

    Russland, China, die Türkei und mehrere andere Länder unterstützten Maduro als legitimen Präsidenten. Moskau bezeichnete den „Präsidentenstatus" von Guaido als nichtig.

    asch/ae/sna

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    Tags:
    China, Russland, Russland, Enthüllungsbuch, John Bolton, Donald Trump, Venezuela, USA