05:57 27 November 2020
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    Das Enthüllungsbuch des ehemaligen Sicherheitsberaters des US-Präsidenten, John Bolton, ist derzeit in aller Munde. Auch der Kreml macht sich nach eigenen Angaben allmählich mit dem Inhalt vertraut – und äußert sich mit Vorsicht zu den darin vorkommenden Behauptungen.

    Das Buch mit dem Titel „The Room Where It Happened: A White House Memoir“ ist am Dienstag erschienen. Darin schildert Bolton seine Erinnerungen an seine Zeit als Sicherheitsberater von Donald Trump (2018-2019). Er zeichnet ein negatives Bild von Trump, das wiederholt an der Kompetenz und Integrität des US-Präsidenten zweifeln lässt.

    Laut dem Kremlsprecher Dmitri Peskow setzt sich Moskau mit dem Buch bereits auseinander. Allerdings würde dessen Inhalt mit Vorsicht aufgenommen.

    „Das ist doch die Version von Bolton (…) für einen hochrangigen Beamten ist diese Offenheit bei der Übermittlung von Informationen, die eigentlich nicht dafür bestimmt sind, an irgendjemanden weitergegeben zu werden, nicht ganz typisch“, sagte Peskow.

    Es könnte sein, dass der US-Sicherheitsberater Zeuge von irgendwelchen Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen amerikanischen Kollegen gewesen sei, so Peskow weiter. Allerdings verwies er auf die amtliche Schweigepflicht, die hier Vorrang haben müsste.

    „Hier muss alles äußerst ausgewogen bewertet werden – das wäre das erste. Zum Zweiten (…) ist es bei uns beispielweise nicht üblich, den Inhalt eines Gesprächs zwischen Staatsoberhäuptern weiterzugeben, wenn es sich dabei um Informationen handelt, die nicht für die breite Weltöffentlichkeit bestimmt sind. Aus diesem Grund kommentieren wir so etwas niemals“, fügte der Kremlsprecher hinzu.

    Am 20. Juni erlaubte ein US-Gericht trotz Einwänden aus dem Weißen Haus die Veröffentlichung des knapp 600-seitigen Buches des Ex-Trump-Vertrauten John Bolton, dessen Veröffentlichungstermin zuvor mehrmals verschoben worden war. Das Justizministerium der USA hatte Bolton aufgefordert, den Inhalt des Buches mit den Behörden abzustimmen. Die Administration des US-Präsidenten hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass negative Kommentare zu Donald Trump und Geheiminformationen, die angeblich in dem Buch enthalten seien, aus dem Buch entfernt werden müssten.

    Auch Putin kommt vor

    Der ehemalige Sicherheitsberater schildert in seinen Memoiren auch ein Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin. Im Vorfeld des russisch-amerikanischen Gipfels in Helsinki sollen sich die beiden Staatschefs Ende Juni 2018 in Moskau getroffen haben. Putin habe Bolton damals mit seinem selbstbewussten Auftreten beeindruckt – „egal um welche innenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen in Russland es ging“. „Ich würde ihn nicht mit Trump allein in einem Raum lassen wollen“, schreibt Bolton in dem Buch.

    Außerdem schätze er die Fähigkeit des russischen Präsidenten, sich auf Verhandlungen vorzubereiten, sehr hoch ein. Er habe eine Vorstellung von den Menschen, mit denen er spreche, und denke an die Ziele, die er erreichen wolle, so Boltons Urteil zu Putin. Allerdings blieb Trumps persönliche Haltung gegenüber dem russischen Präsidenten für Bolton ein Rätsel. „Ich habe nie gefragt, was Trump denkt, vielleicht aus Angst vor dem, was ich hören könnte.“

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Donald Trump, Enthüllungsbuch, John Bolton, Kreml