21:33 12 Juli 2020
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    Südkorea wird laut seinem Staatschef Moon Jae In im Ringen um einen dauerhaften Frieden keine Systemveränderung in Nordkorea verfolgen.

    „Ich hoffe, dass wir zuerst freundschaftliche Nachbarn werden, bevor wir über eine Wiedervereinigung reden“, sagte Moon am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Militärflughafen in Seoul zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Korea-Krieges.

    „Wir haben nicht die Absicht, Nordkorea in unser System zu zwingen“, sagte Moon Jae In. 

    Südkorea ist ihm zufolge gegen Krieg. Der Wettbewerb um politische und wirtschaftliche Systeme sei schon vor langer Zeit entschieden worden.

    Dabei verwies er darauf, dass das Bruttoinlandsprodukt Südkoreas zurzeit um das Fünfzigfache größer als das Nordkoreas sei. „Und unser Handel ist um 400 Mal größer“, so Moon.
    Zudem wandte sich Moon mit einem pathetischen Friedensappell an das Nachbarland.

    „Ich hoffe, Nordkorea wird sich ebenfalls mutig den Bemühungen anschließen, den traurigsten Krieg in der Weltgeschichte zu beenden.“

    Beziehungen zwischen Nord und Süd

    Beide Länder befinden sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Der dreijährige Bruderkrieg endete mit einem Waffenstillstandsabkommen, ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht geschlossen.

    Die stark befestigte und zum großen Teil noch verminte demilitarisierte Zone (DMZ) trennt die koreanische Halbinsel seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) auf einer Breite von vier Kilometern und einer Länge von etwa 250 Kilometern.

    Die Spannungen zwischen Nord und Süd verschärfen sich derzeit wieder. Nordkorea hatte zuletzt verärgert auf eine Flugblattaktion in Südkorea reagiert, bei der Bürgerorganisationen Ende Mai nahe der Grenze circa 500.000 in Ballons verpackte Flugblätter mit Kritik an der Führung in Pjöngjang in Richtung Norden geschickt hatten. Nordkorea wirft der Regierung in Seoul vor, diese häufig durchgeführte Kampagne zu tolerieren.

    Am vergangenen Dienstag war berichtet worden, dass Nordkorea nach südkoreanischen Angaben das innerkoreanische Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong gesprengt hätte. Das ereignete sich nach der Unterbrechung aller Kommunikationsleitungen zu Südkorea. Am Mittwoch hatte Pjöngjang erklärt, die geplanten Militäraktionen vorerst zu stoppen.

    ns/gs/dpa/sna

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    Tags:
    Militäraktion, Flugblätter, Friedensvertrag, Korea-Krieg, Moon Jae In, Südkorea, Nordkorea