19:23 28 Oktober 2020
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    Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Emmanuel Macron, haben erstmals eine Videokonferenz abgehalten. Das wurde am Freitag in Moskau offiziell mitgeteilt.

    Nach gegenseitiger Begrüßung, wobei die beiden Staatschefs einander duzten, informierte Putin seinen Gesprächspartner über die Militärparade auf dem Roten Platz anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste die größte Waffenschau in der russischen Geschichte vom 9. Mai auf den 24. Juni verschoben werden.

    Gemeinsamer Sieg

    „Das ist unser gemeinsamer Sieg. Wir in Russland werden jene Franzosen nie vergessen, die gemeinsam mit unseren Soldaten an der Ostfront gekämpft haben… Der Sieg über den Nazismus ist unsere gemeinsame Errungenschaft“, sagte Putin.

    Zugleich wies der russische Präsident auf mehrere ungelöste Probleme wie Terrorismus, unkontrollierte Migration, Klimawandel und Pandemien hin und schlug vor, darüber zu diskutieren. Zudem seien auch solche Fragen wichtig wie die Lage in der Ukraine, in Libyen, auf dem Balkan und in Syrien.

    Macron zufolge können derartige Videokonferenzen viel Zeit sparen, die man sonst in einem Flugzeug verbringen müsse. „Allerdings sind persönliche Treffen angenehmer“, sagte Macron. Er äußerte Bedauern, dass die Corona-Pandemie ihn an einer Reise nach Moskau am 9. Mai gehindert habe.

    Frankreich gedenkt sowjetischer Kriegsopfer

    „Du hast eben gesagt, dass unser Treffen in einem wichtigen Moment stattfinde, kurz nach Feierlichkeiten anlässlich des Sieges über dem Faschismus. Ich wollte an diesen Feierlichkeiten persönlich teilnehmen… Ich möchte Dir noch ein Mal sagen, dass Frankreich der Opfer gedenkt, die die Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges zu beklagen hat – 27 Millionen Soldaten und Zivilisten. Wir ehren auch die Völker Osteuropas, die in diesen schweren Zeiten gelitten haben“, sagte das französische Staatsoberhaupt.

    Es sei sehr wichtig, das historische Gedächtnis zu erhalten und zu schützen, sagte Macron und rief auf, die Wunden der Vergangenheit nicht zu vergessen. „Die andauernde Krise führt die Notwendigkeit vor Augen, einen einheitlichen europäischen Raum von Lissabon bis Wladiwostok zu schaffen“, sagte er.

    UN-Gründung gewürdigt

    Die beiden Politiker würdigten auch den 75. Jahrestag der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen. In diesem Zusammenhang sprach sich Macron für eine engere Kooperation zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates aus – China, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA.

    Putin lud Macron zu einem offiziellen Besuch nach Russland ein. Die Einladung wurde angenommen. Die Visite dürfte Ende Sommer stattfinden, falls die epidemiologische Situation dies ermögliche, sagte Macron.

    Die weitere Unterredung der beiden Präsidenten fand unter Ausschluss der Presse statt.

    am/ta

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    Tags:
    Probleme, Videokonferenz, Emmanuel Macron, Wladimir Putin, Frankreich, Russland