12:20 04 Juli 2020
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für einen Verbleib der US-Truppen in Deutschland geworben. Erst kürzlich hat US-Präsident Donald Trump einen teilweisen Truppenabzug aus Deutschland angekündigt.

    Trump forderte von Deutschland immer wieder einen höheren Nato-Beitrag – stieß aber nach seiner Ansicht auf taube Ohren. Vor diesem Hintergrund scheint der US-Truppenabzug als Konsequenz gedacht. Nun hat die Bundeskanzlerin gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ nochmals die Wichtigkeit der US-Soldaten für die Bundesrepublik verdeutlicht.

    „Amerikanische Truppen in Deutschland dienen sowohl dem Schutz Deutschlands und des europäischen Teils der Nato als auch den Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Merkel.

    Bei den von Trump viel kritisierten deutschen Verteidigungsausgaben sieht auch Merkel Verbesserungsbedarf.

    „In Deutschland wissen wir, dass wir mehr für die Verteidigung ausgeben müssen, und haben dazu in den letzten Jahren erhebliche Steigerungen erreicht und werden das für unsere militärischen Fähigkeiten weiter betreiben.”

    Laut der Kanzlerin müsste auch Europa einen größeren Beitrag für die Sicherheit leisten. Darüber hinaus äußerte sie hinsichtlich einer möglichen Abkehr der USA Bedenken.

    „Wir sind aufgewachsen in der Gewissheit, dass die USA Weltmacht sein wollen. Wenn sich die USA nun aus freiem Willen aus der Rolle verabschieden sollten, müssten wir sehr grundsätzlich nachdenken”, so Merkel.

    Unzufrieden mit Deutschland

    Am Mittwoch erklärte US-Präsident Donald Trump in einer Pressekonferenz, dass die Zahl der US-Soldaten in Deutschland auf 25.000 (derzeit rund 34.500) reduziert werden solle. Einen Teil davon wolle er nach Polen verlegen. Warschau habe sich bereit erklärt, für die US-Truppen im Land zu bezahlen, so Trump.

    Trump verwies darauf, dass Polen neben den USA zu den nur acht Nato-Staaten gehöre, die das Zwei-Prozent-Ziel des Bündnisses erfüllen. Deutschland bezahle dagegen nur einen Bruchteil davon. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, dass Deutschland für seine Sicherheit zu wenig Geld in die Nato-Kasse einzahle. Deutschland hat die Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, lag aber 2019 dennoch erst bei einem BIP-Anteil von 1,38 Prozent.

    mka/gs

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    Tags:
    Sicherheit, Truppenabzug, Deutschland, USA