03:49 29 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    17641
    Abonnieren

    Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Samstag in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ über das Brexit-Verfahren geäußert. Ob die britische Seite an dem geregelten Brexit interessiert sei, ist die CDU-Politikerin sich nicht sicher.

    „Natürlich läge es im Interesse Großbritanniens und aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, einen geregelten Austritt hinzubekommen“, so Merkel. 

    Die CDU-Politikerin zweifelt jedoch, dass dieser Wunsch gegenseitig ist. Sie meint in dieser Hinsicht, die Briten seien überwiegend an eigenen Wünschen interessiert, den Angelegenheiten verbleibender EU-Staaten bleiben sie fern. Merkel ist der Meinung, dass Brexit die Bemühungen und das Interesse aller Akteure erfordere: „Das setzt aber voraus, dass beide Seiten das wollen.“

    Wenn die Regierung des britischen Premierministers Boris Johnson selbst ihre Beziehung zur EU definieren wolle, müsse sie „auch mit den Folgen leben“, sagte Merkel. Dies könne auch eine „weniger eng verflochtene Wirtschaft“ bedeuten. Sollte das Vereinigte Königreich bei Umwelt, Arbeitsmarkt oder Sozialstandards keine vergleichbaren Standards haben wollen, dann würden die Beziehungen weniger intensiv sein.

    Brexit: Großbritannien in Übergangsphase 

    Die britische Königin Elizabeth II. hatte am 23. Januar das britische Ratifizierungsgesetz zum Brexit-Abkommen gebilligt. Jetzt ist Großbritannien in der Übergangsphase – das Vereinigte Königreich ist zwar nicht mehr in der EU, wendet aber noch deren Regeln an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel unterzeichneten am 24. Januar das Abkommen über den Austritt Großbritanniens aus der EU. 

    Der britische Premierminister Boris Johnson will mit der EU bis Ende 2020 die künftigen Beziehungen klären, also unter anderem ein Freihandelsabkommen abschließen. Eine Verlängerung der Übergangsphase hat er ausgeschlossen.

    Derzeit sind die Verhandlungen mit der EU praktisch eingestellt. Die britische Seite beschuldigte Brüssel, den Prozess politisiert zu haben, und forderte eine Änderung des Tons.

    ao/mt/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Streit um Bundeswehreinsatz gegen türkisches Schiff: EU-Geheimdokument bringt neue Details ans Licht
    Tags:
    Europäische Union, Boris Johnson, Großbritannien, Brexit, Angela Merkel