18:23 19 September 2020
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    Die USA drängen europäische Regierungen dazu, auf Produkte des chinesischen Herstellers von Sicherheitsscannern Nuctech zu verzichten, da sie angeblich eine Bedrohung für die Sicherheit des Westens darstellen. Dies berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) am Sonntag unter Verweis auf Papiere, die ihm zur Verfügung stehen.

    Demnach versuchen derzeit der Nationale Sicherheitsrat der USA und mehrere andere Behörden, die Regierungen in Europa zu beeinflussen, damit diese Nuctech, ein Unternehmen, das Geräte für die Gepäck- und Containerkontrolle auf Flugplätzen, in Häfen und an Grenzübergängen herstellt, „entwurzeln“.

    Einem Dokument des US-Außenministeriums vom 26. Mai zufolge würden US-Beamte befürchten, dass Nuctech personenbezogene Daten und Geschäftsinformationen an die chinesischen Behörden weitergeben könnte, hieß es bei WSJ. Darüber hinaus seien die Bedenken  gegenüber dem chinesischen Hersteller mit der Sicherheit der Bürger und des Militärverkehrs zwischen den Nato-Mitgliedstaaten verbunden. 

    Aus einem Papier des US-Außenministeriums vom 8. Mai gehe hervor, dass Nuctech derzeit in mehr als zehn Ländern Europas Geschäfte anstreben würde. Zuletzt habe Finnland einen Vertrag über die Lieferung von Ausrüstung unterzeichnet, berichtete die Zeitung. Trotz der Einflussnahme vonseiten der US-Diplomaten habe das Land die Frachtscanner an der Grenze zu Russland installiert. WSJ weist darauf hin, dass das Unternehmen aus China der einzige Bieter für den Vertrag gewesen sei, was den Preis für die Geräte senkte. Und die finnische Zollbehörde habe keine mit den Auswirkungen auf die Sicherheit verbundenen Gründe gesehen, um auf den Vertrag mit Nuctech zu verzichten.

    Nuctech habe seine US-amerikanischen und britischen Konkurrenten in dutzenden Ländern auf die Seite drängen können, hieß es weiter. Nach Angaben des US-Außenministeriums sei der Erfolg der Firma damit verbunden, dass die Preise für deren Produkte unter ihrem Marktwert lägen.

    Jetzt würden die US-amerikanischen Diplomaten daran arbeiten, den Abschluss von Verträgen mit Nuctech in Griechenland, Ungarn, Italien und Portugal zu verhindern. Dies gelte auch für den Versuch des chinesischen Unternehmens, dem „deutschen Verteidigungsministerium Röntgenscanner für Waren und Geräte zur Fernüberwachung zur Verfügung zu stellen“, die laut  US-Beamten bei Operationen gegen die US- und Nato-Truppen eingesetzt werden könnten.

    Zugleich stellt die Zeitung fest, dass das Unternehmen seine Ausrüstung an besonders wichtigen europäischen Grenzen, darunter mit Russland, der Ukraine und Weißrussland, bereits installiert habe.

    Der chinesische Hersteller selbst gab an, nichts von den Aktivitäten der USA zu wissen, die gegen ihn gerichtet seien. Laut Unternehmensvertretern agiert Nuctech unabhängig, ohne staatliche Unterstützung zu erhalten. Der Produzent stellt nach eigenen Angaben keine Bedrohung für die Sicherheit dar.

    Wie ein Sprecher mitteilte, würden alle Daten, die die Geräte erhalten, nur den Kunden gehören und nicht dem Unternehmen selbst, den EU-Mitgliedstaaten und auf keinen Fall der chinesischen Regierung oder einer anderen Seite.

    Dabei erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums, dass die USA ihre Verbündeten und Partner nach wie vor vor Unternehmen warnen würden, die von „autoritären Regimen“ finanziert werden.

    pd/mt/sna

     

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    Tags:
    Scanner, Geräte, Europa, China, USA