04:54 16 Juli 2020
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    Der US-Militärnachrichtendienst hat Präsident Donald Trump seinen Worten zufolge mitgeteilt, die Information über eine angebliche Verschwörung zwischen Russland und den Taliban sei nicht vertrauenswürdig.

    „Der Nachrichtendienst hat mir soeben mitgeteilt, dass er diese Information für nicht vertrauenswürdig halte und sie mir und (dem Vizepräsidenten) Mike Pence deshalb nicht zur Verfügung gestellt habe. Möglicherweise handelt es sich um einen weiteren Schwindel, der mit Russland verbunden ist. Möglicherweise will die ‚New York Times’ die Republikaner mit Hilfe von Fake News in ein schlechtes Licht rücken“, schrieb Trump auf Twitter.

    Das Weiße Haus hatte bereits früher den genannten Zeitungsartikel als ungenau bezeichnet und angemerkt, dass der Nachrichtendienst Trump nicht über eine mögliche Verschwörung zwischen Russland und der Taliban informiert habe. Der US-Präsident sprach dabei von einer „erneuten Lüge auf Bestellung“. Weder er noch der Vizepräsident noch der Chef des Apparates des Weißen Hauses seien „über sogenannte Angriffe von Russen“ auf die US-Truppen in Afghanistan informiert worden, so Trump. 

    Der Ex-Chef des US-Nachrichtendienstes, Richard Grenell, widersprach dem demokratischen Kongressmitglied Ted Lieu hinsichtlich der Erklärung Trumps, er halte die Angaben in der „New-York-Times“-Publikation über eine angebliche Verschwörung zwischen Russland und der Taliban für nicht vertrauenswürdig.

    ​Lieu schrieb auf Twitter: „Lieber Donald Trump, so wie du diese Geschichte dargelegt hast, widerspricht sie der Geschichte, die Richard Grenell, der damalige Chef des Nationalen Aufklärungsdienstes, erzählt hat. Er sagte, er habe nie von einer Belohnung durch Russland gehört, und nicht, dass diese Information nicht glaubwürdig genug sei, um sie dir darlegen zu können.“

    Laut Grenell darf die Aufklärung nicht länger in die Politik hineingezogen werden.

    Die Zeitung „The New York Times“ hatte am Freitag unter Berufung auf anonyme Mitarbeiter der US-Geheimdienste einen Artikel veröffentlicht, in dem behauptet wurde, dass die russische Militäraufklärung Terrorkämpfern, die mit der Taliban verbunden seien, eine Belohnung für Angriffe auf US-Soldaten in Afghanistan angeboten hätte. In dem Beitrag wurden keine Beweise angeführt.

    Daraufhin verwies die russische Botschaft in Washington auf die durch den Zeitungsartikel provozierten Drohungen gegen russische Diplomaten. Russlands Außenministerium bezeichnete die Publikation als Fakenachricht.

    Später wies auch die Taliban-Bewegung die Behauptung, sie habe Finanzmittel vom russischen Militäraufklärungsdienst für Angriffe in Afghanistan bekommen, als nicht der Wahrheit entsprechend zurück.

    ls/sb

     

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    Tags:
    Richard Grenell, Donald Trump, The New York Times, Afghanistan, Russland, USA