15:15 07 Juli 2020
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    Der Abzug der in Deutschland stationierten US-Truppen wird nicht schnell gehen, da es dabei nicht nur um den Standortwechsel des Militärs geht, sondern auch um die Rückkehr ihrer Familien. Der Nato-Chef Jens Stoltenberg äußerte sich dazu am Dienstag bei einer Videoveranstaltung am German Institute for Global and Area Studies (GIGA).

    „Es wurden noch keine Entscheidungen getroffen, wie eine solche Absicht, einen Teil des Kontingents zurückzuziehen, umgesetzt werden soll. Und ich als Nato-Generalsekretär kann nicht mit Informationen über das Datum spekulieren. Ich kann sagen, dass natürlich viele Militärs in Deutschland ständig präsent waren. Also geht es um Familien, um eine dauerhafte Unterbringung. Dies ist nicht nur ein Standortwechsel der Militärs, der schnell durchgeführt wird - es handelt sich um die ständig stationierten Streitkräfte, deren Verlegung mehr Zeit in Anspruch nehmen wird“, sagte Stoltenberg.

    Der Abzugsplan sei ebenfalls noch nicht vereinbart worden, fügte der Nato-Chef hinzu. Es sei noch nicht klar, wie die Militärs abgezogen werden: Ob sie zuerst in die USA zurückgebracht und dann an andere Orte verlegt, oder in andere europäische Länder geschickt werden sollen.

    „In diesen Fragen besteht bislang keine Einigung“, so Stoltenberg weiter.

    Nur noch 25.000 US-Soldaten für Deutschland

    Zuvor hatte der Präsident Donald Trump offiziell sein Vorhaben bestätigt, US-Truppen in Deutschland massiv abzuziehen. Demnach soll die Anzahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten von gut 34.500 auf 25.000 reduziert werden.

    Als Grund nannte Trump Deutschlands angebliche Schulden vor der Nato. Um den Truppenabzug zu verhindern, muss Berlin Trump zufolge Geld zahlen.

    Mehr US-Truppen in Polen

    Warschau hat inzwischen den USA vorgeschlagen, eine Panzerdivision dauerhaft in Polen zu stationieren. Auch erklärte sich das Land bereit, die Kosten in Höhe von etwa 1,5 bis 2 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Vorschlag wurde nicht im Rahmen der Nato, sondern bilateral gemacht.

    Die nationalkonservative PiS-Regierung in Warschau möchte seit Langem mehr US-Truppen in ihrem Land haben – vor allem als Abschreckung gegen Russland. Die Vorstellungen reichen bis zu einer ständigen US-Militärbasis in Polen, in der polnischen Öffentlichkeit „Fort Trump“ genannt. Bislang sind US-Soldaten dort im Rotationsprinzip stationiert, nach Angaben der polnischen Regierung sollen es derzeit rund 5000 sein. 

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Polen, Donald Trump, Abzug, Deutschland, Truppen, USA