09:46 22 Oktober 2020
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    Hätte der Manipulationsversuch funktioniert, wäre in den USA ein Gekreische ausgebrochen, das den Präsidenten locker wegfegen und neue Sanktionen auslösen könnte: Die „New York Times“ hat einen Vorwurf gegen Russland, der es wirklich in sich hat. Es ist haarsträubend.

    Erst stiften die Vereinigten Staaten alle möglichen Unruhen und Bürgerkriege an, schaffen Grundlagen für brutalsten Terror in aller Welt; und wenn dessen Folgen auf Amerika und seine Soldaten durchschlagen, dann schimpft der medial-militärische Komplex in Washington und New York, an alledem sei Russland schuld. So sieht zumindest das aus, was die „New York Times“ gerade versucht. Die Zeitung schreibt mit Verweis auf anonyme Geheimdienstquellen:

    „Russland hatte afghanischen Kämpfern Prämien für die Tötung von amerikanischen Soldaten zugesagt. Die Trump-Regierung hat monatelang überlegt, wie mit der schrecklichen Erkenntnis des Geheimdienstes umzugehen sei.“

    Für einen Durchschnittsamerikaner bedeutet diese Behauptung – sofern er der Zeitung denn glaubt – eine Horrorvorstellung, eine Demütigung ohnegleichen: Russland lasse die Taliban nach den Kopfschwarten von US-Soldaten jagen, während die Trump-Regierung in Kenntnis darüber untätig dasitze. Was anderes sollen amerikanische Bürger empfinden, wenn sie in der wichtigsten Zeitung ihres auf Weltmacht gedrillten Landes Folgendes lesen:

    „Die Beamten haben berichtet, die Geheimdiensterkenntnisse seien Trump zugetragen worden, und der nationale Sicherheitsrat habe das Problem in einer behördenübergreifenden Konferenz Ende März behandelt. Die Beamten haben eine Liste von Möglichkeiten erstellt – angefangen bei einer diplomatischen Beschwerde in Moskau bis zu einer Abfolge von immer schwereren Sanktionen wie auch weiteren Gegenmaßnahmen. Doch das Weiße Haus hat laut den Beamten noch keinem der Schritte zugestimmt. Ein Eingriff mit dem Ziel, die Tötung von amerikanischen und anderen NATO-Militärs zu fördern, wäre eine erhebliche und provokative Verschärfung dessen, was amerikanische und afghanische Offizielle als Taliban-Unterstützung durch Russland bezeichnen. Es wäre der erste Fall, in dem bekannt würde, dass eine russische Geheimdienstabteilung Angriffe gegen westliche Truppen organisiert habe.“

    Diese von der „New York Times“ verfasste Anklageschrift muss der Leser erst verdauen können. Dazu erfordert es Anmerkungen – die augenfälligste: Die Zahl der Beweise in der vorgebrachten Anklage gegen Russland ist gleich null. Das hat inzwischen Tradition und Methode. Aber wichtiger ist, dass der Urheber eines Afghanistans, welches zum unlösbaren Terrorproblem verkommen ist, einzig die amerikanischen Machtkreise sind (ganz besonders die, die die „New York Times“ hinter sich wissen). Dass Terrororganisationen von amerikanischen Fachleuten formiert, mit amerikanischem Geld finanziert und mit amerikanischen Waffen ausgerüstet wurden, ist als Tatsache nachgewiesen. Bis zu den Anschlägen von 2001 war Osama bin Laden bekanntermaßen ein Liebling von Medien und Politikern in den USA. Erinnert sei auch an den medialen, diplomatischen und logistischen Support, den die US-Regierung jenen Terroristen erwies, die in den Neunziger- und Zweitausenderjahren abertausende russische Bürger durch brutale Anschläge töteten. Doch als Angeklagter steht auch diesmal Russland da. Man kann schon das Papier rascheln hören, auf dem neue und schärfere Sanktionsgesetze gedruckt werden sollen.

    Gute Nachrichten gibt es allerdings auch. Das Vertrauen in „geheimdienstliche Informationen“, die die „New York Times“ oder „Washington Post“ mit auffälliger Regelmäßigkeit veröffentlichen, war in der amerikanischen Gesellschaft einmal so groß, dass allein die Veröffentlichung die Trump-Regierung in Rechtfertigungsnöte brachte. Das hat sich inzwischen geändert. Offenbar haben all die Jahre von „Russland-Affären“, Fake-News und fabrizierten „Enthüllungsberichten“ in der amerikanischen Öffentlichkeit nur eines bewirkt: ein guter Teil der US-Gesellschaft glaubt fortan weder den Leitmedien noch den Geheimdiensten des Landes. US-Politiker können es sich leisten, renommierte Medien und ihre Quellen als Lügner abzutun und sich entsprechend zu verhalten:

    „Die Fake-News ‚New York Times‘ soll ihre anonyme Quelle offenlegen. Ich wette, das können sie nicht. Diese ‚Person‘ existiert wahrscheinlich überhaupt nicht“, hat Präsident Trump als Reaktion auf den Zeitungsbericht getwittert.

    Der amerikanische Geheimdienst hat den Bericht der „New York Times“ auch schon dementiert, zumindest jenen Teil, der sich auf das Verhalten der Trump-Regierung bezieht. Richard Grenell, der Interimsdirektor der National Intelligence, lieferte sich sogar ein Social-Media-Gefecht mit den Demokraten: Man missbrauche die Geheimdienste für politische Zwecke. „Ich habe nie davon gehört“, schreibt er zu Informationen über angebliches Kopfgeld aus Russland.

    „Und es ist widerlich, dass Ihr den Geheimdienst weiterhin politisiert … Privatinformationen aus anonymen Quellen an Journalisten zu leaken, ist gefährlich, weil Menschen wie Ihr damit zum politischen Vorteil manipulieren.“

    Offenbar betrauern die liberalen Leitmedien in den USA tote amerikanische Soldaten nur, wenn damit Anti-Russland-Sanktionen forciert und die Interessen der Demokratischen Partei gefördert werden können. Dass es in den Vereinigten Staaten und in der Welt immer weniger Menschen gibt, die solchen Medienstrukturen aufs Wort glauben wollen, ist also nicht überraschend. Wer soll auch Geschichten von „Russland-Verschwörungen“ für wahr halten, wenn die „New York Times“ die größten Verschwörungen gegen amerikanische Größe und Geltung mitverfasst?

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    Tags:
    New York Times, Russland, Bericht, Donald Trump, Afghanistan