05:38 28 September 2020
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    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusolgu hat nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu die Aktionen von Frankreich in Libyen als „destruktiv“ bezeichnet.

    Laut Cavusolgu unterstütze Frankreich heimlich Khalifa Haftar und liefere auch Waffen an die Libysche Nationalarmee.

    „Paris weist wieder die Unterstützung der Nationalarmee von Haftar zurück, aber in Wirklichkeit werden französische Waffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft und nach Libyen transportiert. Frankreich ist in seinen Handlungen unehrlich“, sagte Cavusolgu.

    Zuvor hatte der französische Präsident Emanuel Macron mitgeteilt, dass die Türkei in Libyen „ein gefährliches Spiel“ betreibe und dass Ankaras Aktionen den Verpflichtungen widersprechen würden, die auf der internationalen Libyen-Konferenz festgelegt worden seien.

    Frankreich hatte auch das türkische Militär des aggressiven Verhaltens im Mittelmeer beschuldigt, als die Franzosen versucht hatten, ein Frachtschiff zu durchsuchen, das unter dem Schutz der türkischen Marine nach Libyen fuhr. Die Türkei hatte die Anschuldigungen mit der Begründung zurückgewiesen, dass das französische Schiff gefährliche Manöver gemacht hätte.

    Libyen-Konferenz in Berlin

    Am 19. Januar fand in Berlin eine Libyen-Konferenz statt, an der 16 Staaten und Organisationen, darunter auch Russland, die USA, die Türkei, Ägypten sowie Vertreter der EU und der Uno beteiligt waren. Die Teilnehmer der Konferenz hatten die Kriegsparteien dazu aufgerufen, sich auf einen Waffenstillstand zu einigen. Es wurde auch vereinbart, dass man internationale Anstrengungen zur Überwachung des bereits seit 2011 bestehenden UN-Waffenembargos für Libyen verstärken solle.

    Situation in Libyen

    Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Eine von den UN anerkannte Regierung von Fayiz as-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes und befindet sich in einer Dauerauseinandersetzung mit der Libyschen Nationalarmee von Khalifa Haftar, die mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat kooperiert und im Osten Libyens das Sagen hat.

    Die Regierung in Tripolis wird von der Türkei unterstützt, die Libysche Nationalarmee von Ägypten. Am 6. Juni traf Ägyptens Präsident al-Sisi den Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, Khalifa Haftar, und den Chef des im Osten Libyens residierenden Parlaments. 

    Nach dem Treffen kündigte al-Sisi eine Initiative für eine neue Waffenruhe ab 8. Juni an, der Haftar sowie Russland, die USA, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zustimmten. Die Regierung Fayiz as-Sarradsch und die Türkei lehnten die vorgeschlagene Feuerpause jedoch ab.

    Haftars Truppen versuchen seit mehr als einem Jahr, Tripolis zu besetzen. In den letzten Wochen meldeten sie bedeutende Erfolge bei den Kämpfen um die Hauptstadt und kündigten an, die Stadt Sirte (auch Syrte) und weitere Gebiete östlich von Tripolis unter ihre Kontrolle bringen zu wollen.

    ac/mt/sna

     

     

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    Tags:
    Libyen-Konferenz, Armee, Khalifa Haftar, Waffenlieferungen, Kritik, Libyen, Handlungen, Frankreich, Mevlüt Çavuşoğlu