09:10 12 August 2020
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    Bundesaußenminister Heiko Maas hat der Türkei eine Prüfung der wegen der Corona-Krise weiter bestehenden Reisewarnung der Europäischen Union für das Land zugesichert. Gleichwohl betonte Maas bei einem Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Berlin, dass Deutschland im Einklang mit der EU entscheiden werde.

    Dazu werde es nun regelmäßige Beratungen im Zwei-Wochen-Takt geben. Die EU hatte diese Woche die Reisewarnungen für mehrere Länder außerhalb der Union aufgehoben, die Türkei war allerdings nicht darunter, teilt die Agentur Reuters mit.

    Maas betonte, die EU sei mit der ersten Aufhebung von Reisewarnungen einen Schritt in Richtung Öffnung gegangen, „diesem Schritt sollen weitere Folgen”. Reisen zum Besuch von Familienangehörigen in der Türkei fielen nicht unter die Warnung. Es gehe aber darum, einen sicheren Tourismus in Zeiten der Pandemie zu gewährleisten. Maßgeblich für die Entscheidung der Bundesregierung sei entsprechend auch die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts.

    Cavusoglu sagte, die Türkei erfülle die Kriterien für die Aufhebung der Reisewarnung und habe entsprechende Daten übermittelt. Sein Land sei transparenter als viele Staaten, die nun wieder aus der EU bereist werden könnten. 

    Cavusoglu wirft Brüssel „politische Motive” bei EU-Einreisesperre vor

    Cavusoglu hat der EU vorgeworfen, Reisebeschränkungen für die Türkei aus „politischen Motiven” aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei.

    „Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde”, so Cavusoglu. Die EU-Liste müsse im Rahmen von „objektiven Kriterien” bewertet werden.

    Cavusoglu forderte zudem erneut die Aufhebung einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Türkei. Einige Touristen machten allmählich Urlaub in der Türkei, „aber wichtig ist hier, dass Deutschland diese Reisewarnung überprüfen muss, nämlich im Rahmen von objektiven Daten”.

    „Unsere deutschen Freunde wollen in der Türkei Urlaub machen”, sagte er.

    Maas sagte, zu den Forderungen aus der Türkei, dass man sich dabei eng in der EU abstimmen wolle. „Nur wenn wir in Europa möglichst im Gleichklang handeln, ist es auch möglich, das Virus in seiner Ausbreitung zu kontrollieren.”

    Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, nach jetzigem Stand zunächst noch bis zum 31. August.

    Neue Corona-Infektionen in Deutschland

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt insgesamt 195.228 Infektionen (Stand: 02.07.2020, 00:00 Uhr) mit dem Coronavirus in Deutschland, das ist ein Plus von 503 zum Vortag. Weitere 9 Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 8994 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 180.300 Menschen, rund 500 mehr als am Vortag.

    Corona in der Türkei

    Die Türkei verzeichnet laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher insgesamt 199.906 laborbestätigte Fälle (Stand: 02.07.2020, 10:58 am CEST). Bisher traten 5131 Todesfälle im Zusammenhang mit einer laborbestätigten COVID-19-Erkrankung auf.

    ai/rtr/dpa

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    Tags:
    Reisewarnung, Tourismus, Coronavirus, Türkei, Deutschland