08:54 12 August 2020
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    Deutschlands Ex-Vizekanzler und früherer Wirtschafts- und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), der kurzzeitig als Berater beim Fleischkonzern Tönnies tätig war, hat heftige Kritik auch aus den eigenen Reihen auf sich gezogen. Gabriel sieht jedoch darin kein Problem - und verteidigt sich.

    „Es gab ein dreimonatiges Beratungsverhältnis mit Tönnies“, sagte Gabriel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

    Von März bis Mai 2020 hat Gabriel nach eigenen Worten für das Unternehmen handelsrechtliche Fragen klären sollen.

    Wie das ARD-Magazin „Panorama“ mit Verweis auf entsprechende Dokumente berichtete, hat Gabriel offenbar ein Pauschalhonorar von 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag erhalten. Die Tätigkeit sollte auf zwei Jahre angelegt sein.

    Auf Anfrage von „Panorama“ teilte Gabriel mit, dass seine privatwirtschaftlichen Tätigkeiten keiner Veröffentlichungspflicht unterlägen. Er habe bei Auskünften an Medien immer auch Interessen Dritter zu wahren.

    Mehr als 1300 Corona-Infizierte bei Fleischfabrik Tönnies

    Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im westfälischen Kreis Gütersloh waren im Juni mehr als 1300 Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

    Am 21. Juni wurde mitgeteilt, dass nach dem massiven Corona-Ausbruch bei dem Fleischkonzern Tönnies dem Kreis Gütersloh drastische Einschränkungen des Alltags vorerst erspart blieben. Bewohner der betroffenen Region müssten jetzt einen negativen Corona-Test vorweisen, um ihren Urlaub in Österreich antreten zu können.

    Tönnies Fleischfabrik in Rheda (Archivbild)
    © AP Photo / ROBERTO PFEIL (ARCHIVFOTO)
    In der Kritik von Politik und Verbraucherschützern stünden der Unternehmer Clemens Tönnies sowie die Branche insgesamt - der Vorwurf: Ungesunder Preiskampf bei Fleisch zu Lasten der Beschäftigten, der Landwirte und des Tierwohls.

    Die Anfrage des Konzerns habe er bereits im Februar erhalten, sagte Gabriel. Inhaltlich sei es dabei um ein drohendes Exportproblem im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gegangen. Aus privaten Gründen habe er die Beratung aber beenden müssen, sagte Gabriel.

    Gabriel war von November 2009 bis März 2017 SPD-Chef, von Dezember 2013 bis März 2018 Vizekanzler, von Dezember 2013 bis Januar 2017 Bundesminister für Wirtschaft und Energie, von Januar 2017 bis März 2018 Außenminister und von Oktober 2005 bis November 2019 Abgeordneter im Bundestag.

    ns/gs/dpa/sna 

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    ARD-Magazin Panorama, Österreich, Agentur DPA, Ausbruch, Coronavirus, Fleischfabrik, Deutschland, Sigmar Gabriel