12:05 27 November 2020
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    Der Chef des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation, Alexander Bastrykin, hat vor einer Revision der Geschichte des Zweiten Weltkrieges gewarnt. Diese wird laut Bastrykin von offiziellen Vertretern der westlichen Länder vorangetrieben und soll den Beitrag der Sowjetunion zum Sieg über den Nationalsozialismus schmälern.

    „Wir beobachten viele Versuche, die Geschichte in einem vollkommen anderen Licht darzustellen. Wenn zum Beispiel offizielle Vertreter westlicher Länder die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges zusammenfassen, und nur den Beitrag der USA und Großbritanniens hervorheben. Sie ignorieren dabei absichtlich die Schüsselrolle der Sowjetunion beim Sieg über den Faschismus und versuchen damit, die Ergebnisse der Nürnberger Prozesse zu revidieren“, sagte Bastrykin.

    Er verwies auf die historische Bedeutung der Nürnberger Prozesse, welche nicht als abgeschlossen gelten könnten. Schließlich seien damals nicht alle Verbrecher des Nazi-Regimes zur Verantwortung gezogen worden und ihre grausamen Verbrechen seien ungesühnt geblieben.

    „Vor uns stehen einige Aufgaben. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg und weitere Nachfolgeprozesse haben bei Weitem nicht alle Verbrecher verurteilt: Vielen Nazis, die sich grausamer Verbrechen schuldig gemacht haben, gelang es leider, sich der Justiz zu entziehen und der Bestrafung zu entkommen.“

    Laut Bastrykin müssen die Ermittlungen fortdauern, bis alle Schuldigen identifiziert sind. „Unabhängig davon, ob sie noch am Leben sind oder nicht, müssen wir ihre Namen nennen und aufzeigen, was diese Personen getan haben“, betonte der Chef des Ermittlungskomitees.

    Streit um Geschichtsdeutung

    Im September 2019 verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution, in welcher der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges teilweise dem Molotow-Ribbentrop-Pakt zugeschrieben wurde – dem von Nazideutschland und der Sowjetunion unterzeichneten Nichtangriffspakt vom 1939. Die Resolution wurde vor allem von polnischen Abgeordneten initiiert.

    Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Resolution als „völligen Unsinn“. Der Streit über die Ursprünge des Krieges hatte daraufhin zu diplomatischen Spannungen zwischen Warschau und Moskau geführt.

    Polens Vizeaußenminister Paweł Jabłoński forderte von Russland Reparationszahlungen für den dem Land im Zweiten Weltkrieg zugefügten Schaden. Der polnische Botschafter in Berlin, Andrzej Przyłębski, erklärte unter anderem, dass nicht die Sowjetunion, sondern die westlichen Alliierten den entscheidenden Beitrag zur Beendigung des Krieges geleistet hätten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte diesbezülich, dass die Versuche Warschaus, die Sowjetunion als Kriegstreiber darzustellen, „inakzeptabel und aussichtslos“ seien.

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Nationalsozialismus, Kriegsverbrechen, Nürnberger Prozesse, Zweiter Weltkrieg, Russland