02:18 26 September 2020
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    Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland hat in einer Erklärung vom Montag seine tiefe Besorgnis über eine mögliche Umwandlung der berühmten Hagia Sophia in Istanbul (Sophienkirche) in eine Moschee geäußert. Dabei sprach er von einer „Bedrohung für die gesamte christliche Zivilisation“.

    „In der Geschichte der Beziehungen zwischen Russland und Konstantinopel gab es verschiedene, manchmal sehr schwierige Perioden. Aber jeder Versuch, das tausend Jahre alte geistliche Erbe der Kirche von Konstantinopel zu entwürdigen und zu verletzen, hat das russische Volk - früher und heute – mit Bitterkeit und Empörung wahrgenommen. Die Bedrohung für die Hagia Sophia ist eine Bedrohung für die gesamte christliche Zivilisation und damit für unsere Geistigkeit und Geschichte“, hieß es in der Erklärung.

    Bis heute sei die Hagia Sophia für jeden Menschen in Russland, der sich als orthodox bezeichnet, ein großes christliches Heiligtum, sagte der Patriarch Kyrill weiter.

    Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland seien heute voller Dynamik. Dabei sollte bedacht werden, dass Russland ein Land mit einer Mehrheit der orthodoxen Bevölkerung sei.  Insofern werde das russische Volk mit tiefem Schmerz darauf reagieren, was mit der Hagia Sophia passieren könne, so der Geistliche weiter.

    "Der im 6. Jahrhundert zu Ehren von Christus dem Erlöser erbaute Tempel bedeutet der gesamten Orthodoxie viel. Und er ist der Russisch-Orthodoxen Kirche besonders lieb. Die Botschafter des Großfürsten Wladimir, die die Schwelle dieses Tempels überschritten hatten, waren von seiner himmlischen Schönheit fasziniert. Als der heilige Wladimir ihre Geschichte hörte, empfang er die Taufe und taufte die Rus, die nach ihm in eine neue geistliche und historische Dimension eintrat - die christliche Zivilisation“,  so das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    Hagia Sophia soll Moschee werden

    Berichten zufolge hatte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei dem Vorhaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan grünes Licht gegeben und geurteilt, dass der Status der Sophienkirche in Istanbul durch ein Dekret des Präsidenten geändert werden kann.

    Laut türkischen Medien könnte der erste muslimische Gottesdienst in Hagia Sophia bereits am 15. Juli stattfinden – am vierten Jahrestag des gescheiterten Staatsputschs in der Türkei.

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    Tags:
    Moschee, Kirche, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Hagia Sophia