13:58 06 August 2020
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    Die Gasbranche Deutschlands hat laut dem Exekutivdirektor des Vereins Zukunft ERDGAS, Timm Kehler, die Entscheidung Dänemarks zum Bau der Nord-Stream-2-Pipeline mit Freude aufgenommen. Dem Verein gehören mehr als 140 Unternehmen der Gaswirtschaft an.

    Wie Kehler gegenüber RIA Novosti erläuterte, begrüßt die deutsche Gasbranche die Entscheidung der dänischen Fachbehörde, laut der die Gaspipeline Nord Stream 2 unter anderem unter Einsatz eines Schiffes mit Ankerpositionierung  in den Territorialgewässern Dänemarks verlegt werden kann.

    Kehler fügte hinzu, dass der Bedarf an Erdgas in Deutschland und der EU in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich unverändert bleibe. Der Vorstandsvorsitzende verwies darauf, dass die einheimische Gasförderung zurückgehe, weswegen der Importbedarf bis 2030 jährlich 120 Milliarden Kubikmeter betragen werde. Nord Stream 2 könnte in Zukunft den Importbedarf teilweise decken, dabei würde die Kapazität der Pipeline für die vollständige Bedarfssättigung noch nicht ausreichen.

    Die dänische Energieagentur (DEA) hat genehmigt, die Gaspipeline in den dänischen Territorialgewässern unter Einsatz von Rohrlegeschiffen mit Ankerpositionierung fertigzustellen. Das teilte die DEA am Montag mit. Die Bauarbeiten sollen außerhalb des Meeresgebietes verlaufen, in dem Schiffe mit Ankerpositionierung wegen der dort früher versenkten chemischen Waffen nicht eingesetzt werden dürfen.  

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden in der Ostsee rund 50.000 Tonnen chemische Munition endgelagert. Der größte Teil davon wurde in der Umgebung der Inseln Gotland und Bornholm abgeworfen, in deren Nähe die Nord-Stream-2-Route verläuft. Eben aus diesem Grund verbietet Dänemark den Einsatz von Schiffen mit Ankerpositionierung.

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Pipeline-Strängen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland. Die USA lehnen das Projekt aktiv ab und promoten ihr Flüssigerdgas. Gegen das Projekt treten auch die Ukraine und eine Reihe anderer europäischer Länder auf.

    Die Arbeiten zur Verlegung der Pipeline wurden eingestellt, nachdem die USA Ende letzten Jahres das Verteidigungsbudget verabschiedet hatten. Es enthielt Sanktionen gegen jene Unternehmen, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt waren. So hat beispielsweise das Schweizer Unternehmen Allseas, das mit der Verlegung der Gasleitung beschäftigt war, seine Arbeit eingestellt.

    ls/sb

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    Tags:
    Nord Stream 2 AG, EU, Deutschland, Dänemark