08:04 30 September 2020
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    Die deutsche Bundesregierung betrachtet den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Rückschlag für die internationale Zusammenarbeit". Das sagte Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Mittwoch.

    „Die Bundesregierung schätzt die Arbeit der WHO außerordentlich“, betonte Fietz. Die Ausbreitung der Corona-Pandemie zeige, dass mehr und nicht weniger internationale Zusammenarbeit erforderlich sei, fügte sie hinzu.

    Indes hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Europäer aufgefordert, in internationalen Organisationen eine stärkere Rolle einzunehmen. Nur so könne sichergestellt werden, dass Einrichtungen wie etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO das globale Interesse im Blick hätten und nicht zur Durchsetzung nationaler und egoistischer Ziele missbraucht würden, sagte die Ministerin am Mittwoch in Berlin.

    Sie nahm Bezug auf den US-Ausstieg aus der WHO und die Befürchtung, dass China das entstehende Vakuum ausfüllen könnte.

    Auch Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte den Schritt als „das falsche Signal zur falschen Zeit“ und betonte, man brauche „weltweite Kooperation statt nationaler Alleingänge“, um die Krise zu bewältigen.

    Washington macht WHO-Austritt offiziell

    Die USA haben am Dienstag ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation vollzogen. Eine entsprechende Erklärung sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, wie ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag der dpa in Washington sagte.

    US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz
    © AP Photo / Alex Brandon
    Bob Menendez, der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Senats, teilte auf Twitter mit, US-Präsident Donald Trump habe am Dienstag den Kongress über den Austritt aus der WHO informiert.

    Die Ende Mai angekündigte Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation mitten in der Corona-Pandemie auf Eis zu legen, hat international für viel Kritik gesorgt. 

    Trump machte der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigte die UN-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen.

    Trump hatte die Beiträge an die WHO bereits im April eingefroren. Die USA waren bislang der wichtigste Geldgeber. In diesem Jahr sollten die Beiträge eigentlich knapp 116 Millionen Dollar betragen.

    ls/mt/rtr/dpa

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    Tags:
    Kongress, Donald Trump, Annegret Kramp-Karrenbauer, WHO, USA, Deutschland