06:03 04 August 2020
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    Über die „Begrenzungsinitiative“ soll die Schweizer Bevölkerung im September abstimmen. Der Umweltschutzverein Ecopop unterstützt diese Initiative ebenfalls. Aufgrund der Zuwanderung und dem damit verbundenen Bevölkerungswachstum soll es immer schwieriger werden, die Umwelt zu schützen. Wie wird dieses Argument jedoch von den Grünen aufgefasst?

    Der Verein „Ecopop“ versicherte der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“, dass sie nun offiziell die „Begrenzungsinitiative“ der SVP unterstützen. Als das Hauptargument für die Unterstützung der SVP gibt der Verein den Umweltschutz an.

    In der „Begrenzungsinitiative“ will die rechtspolitische SVP die Personenfreizügigkeit mit EU und EFTA kündigen. Somit soll die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften eingedämmt und das Abkommen über den freien Personenverkehr beendet werden. Laut dem Initiativ-Komitee sollte ein Zuwanderungsstopp den Schweizer Arbeitsmarkt sichern.

    SVP kommt Unterstützung gelegen

    Andreas Thommen erachtet die Begrenzungsinitiative alternativlos als Mittel zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums. „Wir sehen keinen anderen Weg, das Bevölkerungswachstum in der Schweiz zu stoppen, als über eine Begrenzung der Zuwanderung“, so Thommen zum „Tages-Anzeiger“. In einer geplanten Medienkonferenz des Vereins im August soll eine Umweltbilanz mit Gleichgesinnten gebildet werden. Thommen kündigte bereits jetzt an:

    „Wir werden insbesondere auf die Umweltaspekte der unbegrenzten Zuwanderung hinweisen.“

    Die SVP zeige sich laut dem „Tages-Anzeiger“ sehr erfreut über die Unterstützung des Vereins. Die Kampagnenleiterin der „Initiative für maßvolle Einwanderung“, Esther Friedli, sieht den Umweltschutz ebenfalls als wichtiges Element der Initiative. Sie plädiert, dass alle, denen der Umweltschutz wichtig ist, am 27. September „Ja“ stimmen sollen. „Ich hoffe sehr, dass noch mehr Vereine und Verbände, die sich für eine bessere Umwelt in der Schweiz einsetzen, unsere Initiative unterstützen werden“, so Friedli zum „Tages-Anzeiger“
     

    ​Andere Umweltorganisationen und Grüne Partei

    Ecopop hofft darauf, dass andere Umweltorganisationen die SVP-Initiative aus demselben Grund ebenfalls unterstützen werden. Doch bisher gab es keine positive Antwort von großen Umweltverbänden. Antje Mosler, die Geschäftsleiterin der Umweltallianz – ein Zusammenschluss mehrerer großen Schweizer Umweltschutzorganisationen – sehe das Problem nicht in der Zuwanderungspolitik. Es sei die Senkung des Ressourcenverbrauchs und die Bekämpfung gravierender Umweltprobleme, an denen man arbeiten müsse.

    Auch die Grüne Partei (GP) sei nicht willig, die Initiative durch dieses Argument zu unterstützen. Schon 2014 positionierte sich die GP deutlich gegen „das Bild der Einwanderung als Sündenbock“, wie sie es auf ihrer eigenen Website schreibt. Abgesehen davon, dass ein solches Bildnis den Beitrag von in der Schweiz lebenden Migranten missachte, sei es von destruktiver Natur.

    Somit versucht Ecopop nun Unterstützung bei kleineren Umweltorganisationen zu finden. Geschäftsführer Thommen hofft so auf den Support von beispielsweise Vogelschutzvereinen oder regionalen Sektionen großer Umweltverbände.

    lm/ae

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    Tags:
    Initiative, Die Grünen, Schweizerische Volkspartei (SVP), Umweltschutz, Schweiz