14:39 13 August 2020
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    Die Forderungen der selbsternannten Republik Kosovo bei den Verhandlungen unter der EU-Schirmherrschaft sind laut dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić sinnlos.

    Am kommenden Sonntag soll auf Initiative Deutschlands, Frankreichs und der EU eine Videoschalte zum Thema Kosovo stattfinden. Vučić ist am Freitag nach Paris gekommen und hat sich mit den Forderungen der albanischen Behörden des Kosovo vertraut gemacht.

    „Wir hatten hier ein schwieriges Gespräch. Serbien ist das einzige Land, dessen Position anders ist. Ich bin sicher, dass die Deutschen und die Franzosen ihre gemeinsame Botschaft überbringen werden, denn es gab Dinge, für die wir eine andere Vision haben“ sagte Vučić im nationalen Fernsehen Serbiens.

    „Die albanische Seite hat Forderungen gestellt, die wir sorgfältig notieren. Sie fordern die Wahrung der territorialen Integrität des Kosovo, die Wahrung der Verfassung und der Verfassungsordnung des Kosovo, die Anerkennung seiner Unabhängigkeit, die Mitgliedschaft Pristinas in den Vereinten Nationen und die Anerkennung des Kosovo durch alle europäischen Länder. Danach werden sie sich mit den Fragen der Vermissten und des militärischen Schadens befassen. Ich sagte, wenn dies der Sinn von allem ist, worüber sie sprechen wollen, dann ist es sinnlos“, so der serbische Staatschef.

    Am 16. Juli wird sich Vučić nach eigenen Angaben mit dem kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti treffen. Dies wird das erste Treffen seit November 2018 in einem solchen Format sein.

    Politischer Hintergrund

    1999 hatte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten von der Befreiungsarmee Kosovo einerseits und der Armee und der Polizei Serbiens andererseits zu den Bombardements Jugoslawiens (damals bestand Jugoslawien aus Serbien und Montenegro) durch Nato-Kräfte geführt. Die Kosovo-albanischen Strukturen in Pristina hatten am 17. Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit von Serbien verkündet. Die selbsternannte Republik wird derzeit von Serbien, Russland, China, Israel, dem Iran, Spanien, Griechenland und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.

    Die serbische Führung war unter dem Druck aus Brüssel und zwecks Annäherung der Region mit der Europäischen Union sowie zwecks einer Lebenserleichterung für die serbischen Bürger in dieser Region 2011 gezwungen, Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen mit den kosovarischen Albanern unter EU-Vermittlung zu beginnen. Nachdem Kosovo im November 2018 eine Zollgebühr in Höhe von 100 Prozent des Preises für die gesamte Produktion aus Serbien und Bosnien-Herzegowina eingeführt hatte, setzte Serbien den Dialog aus.

    sm/sna/gs

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    Tags:
    Forderung, Aleksandar Vučić, Kosovo, EU