14:59 13 August 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    191586
    Abonnieren

    China hat die USA dazu aufgerufen, auf die Vorschläge Russlands zur Verlängerung des New-Start-Vertrags einzugehen – und anderen Atommächten damit den Weg für eine Beteiligung an der nuklearen Abrüstung zu ebnen.

    „Wie rufen die USA dazu auf, auf die Forderungen Russlands nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrags einzugehen und auf dieser Grundlage das amerikanische nukleare Waffenarsenal weiter zu verringern –, damit schaffen sie die Bedingungen für die Beteiligung anderer Atommächte an den Verhandlungen über die nukleare Abrüstung“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, am Freitag in einem Briefing.

    Allerdings stellte er auch klar, dass Peking nicht vorhabe, sich an sogenannten trilateralen Abrüstungsgesprächen zu beteiligen. Die USA wollen schon seit Langem China als dritten Verhandlungspartner an einem Tisch mit Russland sehen.

    Zuvor hatte das US-Außenministerium mitgeteilt, die Vereinigten Staaten würden die Bereitschaft der Volksrepublik China zur Teilnahme an Verhandlungen begrüßen. Die USA würden die chinesische Delegation zu den kommenden Verhandlungen in Wien einladen, hieß es weiter. Auch wurde China empfohlen, sich so schnell wie möglich mit Russland zu treffen, um über die nächsten Schritte für trilateralen Verhandlungen zu beraten.

    Der Leiter der Behörde für Rüstungskontrolle im chinesischen Außenministerium, Fu Cong, erklärte diese Woche, China würde in die trilateralen Abrüstungsgespräche mit den USA und Russland einsteigen, wenn sich Washington bereit zeige, sein nukleares Waffenarsenal auf das von China zu senken.

    Abrüstungsgespräche in Wien

    Russland und die USA führten im Juni Gespräche über eine neue Vereinbarung zur atomaren Abrüstung. Bei den zehnstündigen Verhandlungen in Wien ging es um das auslaufende New-Start-Abkommen, welches bislang die atomare Abrüstung zwischen Russland und den USA regelte.

    Laut dem US-Sonderbeauftragten für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, sollen auf technische Fragen spezialisierte Arbeitsgruppen ein neues Treffen zwischen ihm und dem russischen Vizeaußenminister Sergej Rjabkow für voraussichtlich Ende Juli, Anfang August vorbereiten.

    Der New-Start-Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu reduzieren. Aus Sicht der US-Regierung wird der New-Start-Vertrag den Herausforderungen der Zukunft jedoch nicht mehr gerecht. Die USA streben deshalb ein trilaterales Abkommen mit Beteiligung Chinas an, das mehr Transparenz über das Atomwaffenarsenal der Volksrepublik schaffen soll.

    Peking nahm aber die Einladung zu den ersten Verhandlungen in Wien nicht an. Wie allen bekannt sei, liege Chinas atomare Schlagkraft nicht in der Größenordnung der USA und Russlands, begründete die chinesische Außenamtssprecherin Hua Chunying die Entscheidung.

    mka/gs/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Unbekannte bewaffnete Menschen in Minsker Yandex-Büro eingedrungen
    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    „Putins Murks“? Galle deutscher Medien und fünf Fragen zum ersten russischen Corona-Impfstoff
    Tags:
    Verhandlungen, Rüstungskontrolle, USA, Russland, China, New-Start-Vertrag