15:08 13 August 2020
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    Der griechische Außenminister warnt davor, die angekündigte Verwandlung der Hagia Sophia (Sophienkirche) in Istanbul vom Museum in eine Moschee als nur eine griechisch-türkische Frage zu betrachten. Es sei eine globale Angelegenheit, sagt Nikos Dendias in einem Interview mit dem Sender Skai und fordert eine Reaktion von der EU.

    Die Frage der Hagia Sophia werde an Montag bei einem EU-Außenministertreffen in Brüssel erörtert werden, sagte Dendias. „Griechenland wird dort die Europäische Union darum bitten, sehr harte Maßnahmen gegen die Türkei parat zu halten – für den Fall, dass die Türkei die souveränen Rechte Griechenlands verletzt.“

    „Die Sanktionen werden nicht das Problem der Hagia Sophia betreffen. Das muss eine Initiative nicht nur von Griechenland sein, sondern eine von UNEESCO und UNO“, äußerte der Minister. Er warf dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, vor, „die Tradition seines eigenen Landes aufzuheben“ sowie „der Weltgemeinschaft und ihren Regeln den Rücken zu kehren“.

    „Die Gefahr besteht darin, dass wir die Frage der Hagia Sophia als griechisch-türkisch ansehen, doch sie ist global“, so der Minister. Es gehe darum, dass Regeln gekippt und die Weltgemeinschaft nicht respektiert werden.

    Dendias rief Europa auf, rasch Stellung zu nehmen, um eine Verletzung der Rechte Griechenlands zu verhindern.  

    Wenn Europa nicht durchgreife, „wird es ihm nicht gefallen, was weiter passieren wird“. „Wir haben der Türkei gesagt, dass wir nicht untätig bleiben wollen“, äußerte der griechische Außenminister. Dabei räumte er jedoch ein, dass die Streitkräfte seines Landes nicht kampffähig seien.

    Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hatte am Freitag entschieden, dass die seit 1934 als Museum dienende Hagia Sophia in eine Moschee umgewandelt wird. Daraufhin ordnete Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan per Dekret die Verwandlung der früheren Sophienkirche in eine Moschee und den Beginn des moslemischen Gottesdienstes an. Die Entscheidung stieß in vielen Ländern der Welt auf Ablehnung.  

    Erbaut unter Kaiser Justinian war die Sophienkirche am 27. Dezember 537 n. Chr. eingeweiht worden und galt mehr als 1000 Jahre lang als das größte Gotteshaus in der christlichen Welt. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen und dem Fall des Byzantinischen Reiches im Jahr 1453 wurde die Kirche in eine Moschee umgebaut. Im Jahr 1934 wurde das Gebäude auf Erlass von Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik Türkei, in ein Museum verwandelt und in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

    leo/sna/ae

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