13:44 13 August 2020
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    Die Drohungen des US-Außenministeriums, Sanktionen gegen die am Bau der Gasleitung Nord Stream 2 beteiligten Firmen zu verhängen, sind als eine Missachtung von Interessen der europäischen Wirtschaft zu betrachten. Der Betreiber Nord Stream 2 AG hat sich dazu gegenüber der Agentur RIA Novosti am Mittwoch geäußert. 

    Energieunternehmen aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hätten sich verpflichtet, fast eine Milliarde Euro pro Land in das Projekt zu investieren, und mehr als tausend Firmen aus 25 Ländern würden sich voll und ganz für dessen Fertigstellung einsetzen, hieß es.

    Wenn die Pipeline nicht fertiggebaut werde, würden die Europäer Milliarden Dollar mehr für Gas bezahlen.

    „Steigt aus oder riskiert die Folgen“

    Zuvor hatte der US-Außenminister Mike Pompeo Strafmaßnahmen für die Unternehmen verkündet, die im Zusammenhang mit den Pipeline-Projekten Nord Stream 2 in der Ostsee und Turkish Stream im Schwarzen Meer stehen. Dabei berief er sich auf die öffentlichen Anwendungshinweise für CAATSA (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act, dt. Gesetz zur Implementierung und Ausweitung von Sanktionen – Anm. d. Red.), die nun auf den neuesten Stand gebracht worden seien. 

    „Politischer Druck“

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte daraufhin, dass  Washingtons Drohungen als „Indikator für die Schwäche des US-amerikanischen Systems“ anzusehen seien. Die Vereinigten Staaten würden im Interesse eines unlauteren Wettbewerbs politischen Druck ausüben, hieß es.

    Gaspipelinebau

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Pipeline-Strängen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland. Die USA lehnen das Projekt aktiv ab und promoten ihr Flüssigerdgas. Gegen das Projekt treten auch die Ukraine und eine Reihe europäischer Länder auf.

    Die Arbeiten zur Verlegung der Pipeline wurden eingestellt, nachdem die USA Ende letzten Jahres das Verteidigungsbudget verabschiedet hatten. Es enthielt Sanktionen gegen jene Unternehmen, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt waren. So hat beispielsweise das Schweizer Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung beschäftigt war, seine Arbeit eingestellt.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    USA, Missachtung, Interessen, Betreiber, Teilnahme, Nord Stream 2