05:45 04 August 2020
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    Der britische Verteidigungsminister Ben Wallece hat die bahnbrechende Rolle türkischer Drohnen in der modernen Kriegsführung im Nahen Osten und in Nordafrika betont. Konkret geht es um Bayraktar TB2, die als „Killer“ der russischen Kurzstrecken-Flugabwehrraketenanlagen Panzir bekannt sind. Das berichtet die türkische Nachrichtenagentur „Anadolu“.

    London solle sich bei Fragen der Verteidigung ein Beispiel an anderen Ländern nehmen, sagte der Minister.

    „Schauen Sie, wie die Türkei in Libyen operiert, wo sie seit Mitte 2019 Bayraktar TB-2 einsetzt“, sagte Ben Wallace auf einer virtuellen Versammlung der Air and Space Power Conference.

    Diese Drohnen seien erfolgreich für die Sammlung von Aufklärungsinformationen, zur Überwachung und bei Einsätzen gegen Frontlinien, Versorgungsleitungen und Logistikbasen genutzt worden. 

    Wallece erinnerte außerdem daran, dass die türkische Armee im Juli vergangenen Jahres Kommandopunkte und zwei Transportflugzeuge auf dem von der libyschen Nationalarmee kontrollierten Flugplatz al-Jufra vernichtet hätten.

    Bei den Operationen der Türkei in Nordsyrien unterstrich Wallace den Erfolg der dort eingesetzten leicht bewaffneten Drohnen, von intelligenter Munition und elektronischer Kriegsführung. Die Türken sollen 3.000 syrische Soldaten, 151 Panzer, acht Hubschrauber, drei Drohnen, drei Jagdflugzeuge, Lastwagen, acht Luftverteidigungssysteme sowie andere Ausrüstung vernichtet haben. 

    „Auch wenn nur die Hälfte dieser Behauptungen stimmt, sind die Auswirkungen bahnbrechend“, sagte Wallace. 

    Auf der Konferenz gab Wallace zudem bekannt, dass Großbritannien einen Vertrag über 81,8 Millionen US-Dollar für den Bau der ersten drei Protector-Drohnen in Großbritannien unterzeichnet habe. Sie sollen Mitte 2024 in Dienst gestellt werden und würden das erste von Großbritannien betriebene System sein, das weltweit Missionen durchführen kann. 

    Hintergrund

    Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Eine von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Fayiz as-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes. Auf der anderen Seite befindet sich die Libysche Nationalarmee von General Khalifa Haftar, die mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat kooperiert und im Osten Libyens das Sagen hat.

    Russland, Italien, Frankreich sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten unterstützen Haftar. Dagegen erkennen die meisten westlichen Länder sowie Katar und die Türkei die alternative Regierung in Tripolis an.

    om/sb

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    Tags:
    Ben Wallace, Erfolg, Drohnen, Libyen, Syrien, Kriegsführung, Türkei, Großbritannien