06:09 27 Oktober 2020
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    Das ägyptische Parlament hat am Montag einen Militäreinsatz im benachbarten Bürgerkriegsland Libyen befürwortet. Als Begründung wird die wachsende Gefahr einer direkten Konfrontation türkischer mit ägyptischen Streitkräften genannt.

    In einer geschlossenen Sitzung stimmte das Abgeordnetenhaus für „Kampfeinsätze außerhalb Ägyptens, um die nationale Sicherheit in westlicher Richtung gegen kriminelle und bewaffnete Milizen sowie ausländische terroristische Elemente“ zu verteidigen.

    Wie Staatsmedien berichteten, hat das Parlament das Mandat einstimmig erteilt.

    Das Parlament im Osten Libyens soll Ägypten bereits vor einer Woche zu einem Militäreinsatz aufgerufen haben. In diesem Fall könnte es zu einer direkten Konfrontation ägyptischer mit türkischen Streitkräften kommen.

    Ankara unterstützt Regierung von Fayiz as-Sarradsch

    Soldaten der türkischen Armee (Symbolbild)
    © AP Photo / PETROS KARADJIAS
    Anfang Januar hatte die Türkei Soldaten nach Libyen geschickt. Sie sollen sich offiziellen Angaben zufolge für Trainingszwecke dort aufhalten. Im Dezember unterzeichneten die Türkei und die libysche Regierung im Westen ein Abkommen, welches es Ankara erlaubt, Militärexperten und Militärpersonal in das Land zu schicken.

    Das Gegenparlament im Osten Libyens hatte daraufhin einstimmig für einen Abbruch der Beziehungen zur Türkei votiert und lehnte das entsprechende Abkommen des westlichen Parlaments ab.

    Lage in Libyen

    Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Fayiz as-Sarradsch in Tripolis kontrolliert den Westen des nordafrikanischen Landes. Auf der anderen Seite befindet sich die Libysche Nationalarmee von General Khalifa Haftar, die mit dem vom Volk gewählten Abgeordnetenrat kooperiert und im Osten Libyens das Sagen hat.

    Russland, Italien, Frankreich sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten unterstützen Haftar. Dagegen erkennen die meisten westlichen Länder sowie Katar und die Türkei die alternative Regierung in Tripolis an.

    Seit über einem Jahr versucht die Libysche Nationalarmee (LNA) die Hauptstadt Tripolis zurückzuerobern. In den letzten Wochen haben die Streitkräfte der Nationalen Einheitsregierung einen wesentlichen Erfolg in der Schlacht von Tripolis gemeldet und ihre Absicht erklärt, auf dem Erfolg aufzubauen und die Stadt Sirte sowie andere Gebiete östlich der Hauptstadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

    Am Donnerstag hatte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi libyschen Stammesführern bereits erklärt, dass sein Land eine Bedrohung aus Libyen nicht tatenlos hinnehmen werde. Al-Sisi hatte einen möglichen Angriff auf Sirte als rote Linie bezeichnet und seine Truppen an der Grenze auf einen möglichen Einsatz eingestimmt.

    ns/dpa/sna/gs

                  

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    Tags:
    Frankreich, Russland, Italien, Abdel Fattah al-Sisi, Ägypten, Türkei, Libysche Nationalarmee LNA, Muammar al-Gaddafi, Khalifa Haftar, Fayiz as-Sarradsch