23:04 24 November 2020
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    Die Vorsitzende der Partei Die Linke, Katja Kipping, hat die flächendeckende Einführung einer Vier-Tage-Woche in Deutschland angeregt. Dies habe einen positiven Einfluss auf die Mitarbeiter und damit auch auf die Arbeitgeber. Als Finanzierung schlägt sie ein staatliches Übergangsgeld vor.

    Es ist ein Aufruf, der Wellen schlagen könnte: Die Vorsitzende der Partei Die Linke, Katja Kipping, will die Corona-Krise als Anlass nehmen, die Arbeitswelt kräftig umzukrempeln. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ hat die Bundestagsabgeordnete eine flächendeckende Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche angeregt.

    Finanzierung möglich?

    Auch über die Finanzierung hat sich Kipping Gedanken gemacht. So könne ein neues Kurzarbeitergeld zunächst als Anschubfinanzierung dienen. Ein Jahr lang sollten Unternehmen, die die Arbeitszeit entsprechend verkürzen, laut der Linkepolitikerin einen Lohnzuschuss bekommen. Danach müsse ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung über ein Arbeitszeitmodell mit einer Vier-Tage-Woche ohne weitere staatliche Co-Finanzierung abgeschlossen werden. Statt einer Vier-Tage-Woche käme für Kipping auch ein Modell mit maximal 30 Wochenstunden infrage.

    Umsetzung zeitnah möglich?

    Die Linke-Chefin sieht in ihrem Vorschlag zahlreiche Vorteile. Eine Umsetzung könne laut ihren Vorstellungen schon zeitnah geschehen:

    „Die Vier-Tage-Woche macht Beschäftigte glücklicher, gesünder und produktiver. Gerade jetzt in der Corona-Krise wäre ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen.“

    Es gehe Kipping allerdings nicht um ein „Geschenk für die Beschäftigten“, auch die Unternehmen würden profitieren. Mitarbeiter würden bei einer reduzierten Arbeitszeit weniger Fehler machen, sie seien motivierter und seltener krank. Zahlreiche Studien und Umfragen stützen den Vorschlag Kippings.

    Eine Erfolgsgeschichte?

    Die große Frage der Finanzierung bleibt aber ein Schlüsselpunkt: Viele Arbeitnehmer können sich Gehaltseinbußen nicht leisten, umgekehrt dürften viele Betriebe eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich nicht stemmen können.

    In manchen Ländern ist das Modell jedoch bereits erfolgreich erprobt. Microsoft Japan etwa hatte Mitte 2019 den Versuch gewagt und das Konzept eingeführt. Das Ergebnis: Höhere Produktivität und weniger Energieverbrauch. Auch das deutsche Kreditinstitut Comdirect Bank macht verschiedene Arbeitszeitmodelle für die Mitarbeiter möglich, darunter die Vier-Tage-Woche, alle Beteiligten hätten eine positive Erfahrung damit gemacht.

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    Tags:
    Coronavirus, Arbeitszeit, Arbeitszeitverkürzung, Die LINKE-Partei, Katja Kipping