01:32 05 August 2020
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    Moskau sieht keine Hindernisse für den Verkauf einer zusätzlichen Partie von Raketenabwehrsystemen S-400 „Triumph“ an die Türkei, sagte der Direktor des 4. Departements für Europa des russischen Außenministeriums, Juri Pilipson.

    „Was die Möglichkeit für den Erwerb einer zusätzlichen Partie von Fla-Raketenkomplexen S-400 ‚Triumph’ durch die Türkei betrifft, so sehen wir keine prinzipiellen Hindernisse für die Weiterentwicklung der bereits gesammelten positiven Erfahrungen bei der technischen Zusammenarbeit mit der türkischen Seite im Bereich der Hochtechnologie“, sagte Pilipson.

    Wie er weiter anmerkte, wertet Moskau den Wunsch Washingtons, Fla-Raketenkomplexe S-400 von Ankara abzukaufen, als Ausdruck des  Bestrebens der USA, eigene Ziele durch Druckausübung zu erreichen.

    Zuvor hatte der republikanische Senator John Thune vorgeschlagen, die Streitigkeiten zwischen den USA und der Türkei wegen russischer S-400-Systeme durch den Abkauf dieser Waffen bei Ankara beizulegen. Das geht aus dem Text eines  Änderungsvorschlags zum US-Militärbudget hervor. Bedingung für den Abkauf soll die Zusicherung seitens der Türkei sein, dass sie für das Geld vom Verkauf nicht andere militärische Ausrüstungen erwerben werde, die den Nato-Anforderungen nicht gerecht würden. 

    „Erpressung und direkte Drohungen statt fairen Dialogs“

    Dazu sagte Pilipson: „Wir betrachten dies als einen neuen Ausdruck des Bestrebens der USA, eigene Ziele durch Druckausübung zu erreichen, als Ausdruck einer unverhohlenen Erpressung und sogar direkter Drohungen – statt eines fairen Dialogs am Verhandlungstisch.“ 

    Der Diplomat fügte hinzu: „… Wie wir an diesem Beispiel und bei vielen anderen Episoden sehen können, kann Washington in pathologischer Weise das Betreiben einer wahrhaft unabhängigen, durch eigene Interessen geprägten Außenpolitik nicht akzeptieren – sei es die Politik Russlands oder sogar der engsten Nato-Verbündeten.“

    Die Lieferungen von Fla-Raketenkomplexen S-400 aus russischer Produktion, die eine Krise in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA heraufbeschworen haben, begannen Mitte Juli 2019. Washington forderte von Ankara, den Waffendeal mit Russland zu kündigen und stattdessen amerikanische Patriot-Komplexe zu kaufen. Die USA drohten dabei, den Verkauf von modernen Jagdflugzeugen F-35 an die Türkei auszusetzen oder sogar abzusagen und nach dem Gesetz zur Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegen den Iran, Nordkorea und Russland (CAATSA) Sanktionen zu verhängen.

    Ankara wollte nicht einlenken und setzte seine Verhandlungen über eine zusätzliche Partie von S-400-Anlagen fort. Die Trump-Administration hat ihre Sanktionsdrohung gegen die Türkei bisher nicht verwirklicht.

    ls/mt

     

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    Tags:
    Kauf, S-400, Außenministerium Russlands, USA, Türkei, Russland