04:26 06 August 2020
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    Die US-Behörden haben laut Präsident Donald Trump tatsächlich 90 Prozent der Weltvorräte des Medikaments Remdesivir, das auch für die Behandlung von Covid-19-Patienten verwendet wird, aufgekauft.

    Wie Trump am Freitag (Ortszeit) bei einem Pressegespräch im Weißen Haus bestätigte, hat seine Administration 90 Prozent der Weltlieferungen des Medikaments Remdesivir, das „eine großartige Wirkung (auf Coronavirus) hat“, gesichert. Das Pressegespräch wurde auf Twitter live übertagen.  

    Anfang Juli hatte die britische Zeitung „The Guardian“ geschrieben, dass die USA rund 90 Prozent der dreimonatigen Vorräte des antiviralen Medikaments Remdesivir, das auch effektiv für die Behandlung von Covid-19 verwendet wird, bei dem biopharmazeutischen Unternehmen „Gilead Sciences“ aufgekauft hätten. 

    Die ersten 140.000 Dosen hatte der Pharma-Riese in verschiedene Länder exportiert. Ende Juni hatten die USA 500.000 Dosen gekauft. Das wären 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Somit hatten die USA Expertenschätzungen zufolge den Zugang anderer Länder zu diesem Arzneimittel wesentlich beschränkt.  

    Remdesivir

    Das Mittel der US-Pharmafirma „Gilead Sciences“ wurde ursprünglich zur Behandlung der Viruserkrankung Ebola entwickelt, aber nie für diesen Einsatz zugelassen. Später gab es Hinweise darauf, dass es gegen Coronaviren wirken könnte. Remdesivir wird per Infusion verabreicht und hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist.

    Tatsächlich zeigt bis heute nur eine einzige Studie die mögliche Wirksamkeit des Medikaments. Im Mai präsentierte ein internationales Team jedoch erste positive Ergebnisse im „New England Journal of Medicine“ (NEJM). Rund die Hälfte der 1063 Probanden bekam Remdesivir. Die andere kam in die Kontrollgruppe.

    Rund 1.000 Corona-Patienten wurden mit Remdesivir getestet, das Ergebnis: Das Mittel soll die Beatmungszeit auf Intensivbetten von 15 auf elf Tage verkürzen. Als Nebenwirkung können aber massive Leberschäden auftreten.

    Was kostet das Medikament?

    Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir wird nach Unternehmensangaben bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten. Anfang Juli ist das Mittel auch für den europäischen Markt zu einem ähnlichen Preis zugelassen. Das Medikament soll in 127 Länder exportiert werden, auch in Deutschland ist es mittlerweile angekommen.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte zuletzt, der Bedarf für die kommenden Wochen sei gesichert. In der Zentralapotheke des Bundes gebe es nun entsprechende Reserven. Dabei handelt es sich um Remdesivir für 600 bis 1.000 Behandlungen.

    ns/sna/gs

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    Tags:
    Ebola, Covid-19, Remdesivir, Donald Trump, Jens Spahn, Deutschland, USA