23:19 29 November 2020
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    Um den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu verhindern, erhöhen die Vereinigten Staaten offenbar den Druck auf beteiligte deutsche und europäische Firmen. Wie „Die Welt“ schreibt, haben US-Regierungsvertreter bei vertraulichen Gesprächen Sanktionen angedroht. Beobachter sprechen von einer „sehr ernsthaften Drohung“.

    Bei Einzelgesprächen per Videoschalte hätten die USA deutsche und europäische Auftragnehmer auf die weitreichenden Konsequenzen einer weiteren Mitarbeit am Projekt hingewiesen, berichtet Welt-Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel am Sonntag und beruft sich dabei auf Informationen von der WELT AM SONNTAG.

    Vertreter aus dem US-Außen-, Finanz- und Energieministerium hätten „in freundlichem Ton sehr deutlich gemacht, dass sie die Fertigstellung der Pipeline verhindern wollen“, äußerten Beobachter der Gespräche gegenüber der WELT AM SONNTAG:

    „Ich glaube, dass die Drohung sehr, sehr ernsthaft ist.“

    Der US-Senat hatte am Donnerstag den Verteidigungshaushalt für 2021 gebilligt, der unter anderem schärfere Sanktionen gegen Nord Stream 2 beinhaltet. Das Projekt sieht den Bau von zwei Pipelinesträngen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland vor. Der russische Staatskonzern Gazprom ist mit 50 Prozent beteiligt. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie. Die USA wollen das Projekt verhindern, weil es mit ihrem Flüssigerdgas konkurriert.

    „Klarer Eingriff in europäische Souveränität“

    Der deutsche Energiekonzern Uniper stellte auf Nachfrage von der WELT AM SONNTAG „mit Bedauern fest, dass die USA mit der angekündigten Überarbeitung der CAATSA-Leitlinien weiterhin versuchen, ein wichtiges Infrastrukturprojekt zu untergraben, das unserer Meinung nach für die Energiesicherheit Europas wichtig ist.“ Dies sei „ein klarer Eingriff in die europäische Souveränität“. Etwaige Gespräche mit US-Vertretern und deren Inhalte behandele man jedoch vertraulich, so der Bericht.

    Die USA hatten bereits im Dezember Nordstream 2 mit Sanktionen belegt, woraufhin das Schweizer Unternehmen Allseas, das Rohre verlegte, aus dem Projekt ausstieg. Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, bezeichnete die Sanktionen als Besorgnis erregend und unannehmbar. Gazprom kündigte an, den Bau der Pipeline, die derzeit zu 94 Prozent fertig ist, doch noch spätestens Anfang 2021 abzuschließen. Am 4. Juli wurde im US-Senat ein Entwurf mit neuen Sanktionen eingebracht, die sich gegen alle am Projekt beteiligten Schiffe und Unternehmen richten.

    leo/ae

     

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    Tags:
    Drohung, Sanktionen, Nord Stream 2, Nordstream, USA, Europa, Deutschland, Russland