09:20 26 November 2020
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    Mit Blick auf einen möglichen neuen US-Präsidenten hat Bundesaußenminister Heiko Maas Deutschland und Europa vor der Illusion eine Kehrtwende in der amerikanischen Außenpolitik gewarnt.

    Angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahl riet Maas von zu großen Hoffnungen auf einen Kurswechsel der USA ab. Schließlich habe sich die US-Außenpolitik nicht erst unter Donald Trump verändert.

    „Wer jetzt in Europa alles auf einen Wechsel im Weißen Haus setzt, sollte sich darauf einstellen, dass es selbst in diesem Fall nicht mehr so gemütlich sein wird wie früher. Die US-amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik hat sich verändert, und zwar nicht erst seit Trump Präsident ist“, sagte Maas der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“.

    Die Rolle als Weltpolizist, die die USA einst für sich beansprucht hätten, wollten sie in dem bisher gekannten Ausmaß nicht mehr übernehmen, sagte Maas. Europa müsse künftig stärker selber sehen, was es für seine Sicherheit tun könne.

    Die Vereinigten Staaten bleiben Maas zufolge für Deutschland der wichtigste Partner außerhalb Europas. „Deshalb bemühen wir uns, das transatlantische Verhältnis bei allen Meinungsunterschieden zukunftsfest zu machen. Dass die Kommunikation schwieriger geworden ist und das Weiße Haus Entscheidungen trifft, ohne vorher mit seinen Partnern in Europa zu sprechen, haben wir gelernt. Aber wir brauchen die USA auch in Zukunft. Übrigens auch umgekehrt“, so Maas.

    US-Wahlkampf

    Am 3. November werden die US-Amerikaner zum 59. Mal den Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen. Als ausgemacht gilt, dass Joe Biden für die Demokraten gegen den Republikaner und amtierenden Präsidenten Donald Trump antreten wird. Zu der offiziellen Nominierung der beiden soll es im August, nach den jeweiligen Parteitagen kommen.

    Beide befinden sich derzeit mitten im Wahlkampf. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des als unzureichend kritisierten Krisenmanagments der Trump-Administration hat der US-Präsident mit sinkenden Beliebtheitswerten zu kämpfen. Zuletzt konnte Biden davon profitieren – es bleibt jedoch nach wie vor offen, ob es am Ende reichen wird, um Trump zu schlagen. 

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Heiko Maas, EU, Außenpolitik, USA, Deutschland