00:43 05 Dezember 2020
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    Frankreichs ehemaliger Staatschef Nicolas Sarkozy hat in seinen kürzlich erschienenen Memoiren eine Begegnung mit Angela Merkel geschildert, die einen Einblick in die sonst so verschlossen wirkende Kanzlerin gibt. Merkel soll dem damaligen Staatschef den Film „Das Leben der Anderen“ überreicht haben – mit den Worten: „Das ist mein Leben“.

    Das betont sachliche Auftreten der Regierungschefin, die – ganz gleich ob im Bundestag oder auf internationalem Parkett – stets reserviert wirkt und sich mit unnötigen Gefühlsbekundungen zurückhält, zählt inzwischen zu einem Markenzeichen von Merkel. Auch Journalisten wissen, wie schwer es ist, eine Zusage für ein Interview mit der Kanzlerin zu erhalten. 

    Die Regierungschefin scheint also unnahbar. Umso interessanter sind die Einblicke zu ihrer Person, die vor allem ihre Weggefährten und Politikerkollegen geben können. So wie die Memoiren von Sarkozy. In dem Buch „Temps des Tempêtes“ (Die Zeit der Stürme) hat er ein Treffen mit Merkel festgehalten, welches bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

    Auf einem EU-Gipfel habe ihm die Kanzlerin ein ungewöhnliches Geschenk gemacht. Laut Sarkozy überreichte sie ihm die DVD des deutschen Films „Das Leben der Anderen“. „Ich möchte, dass Du es anschaust. Das ist mein Leben“, soll Angela Merkel laut den Memoiren des französischen Präsidenten dazu gesagt haben. Darüber hinaus beschreibt er die Kanzlerin als eine knallharte Politikerin, die offenbar kompromisslos ihre Ziele durchsetzt. „Sie zu unterschätzen ist ein schwerer Fehler“, warnt Sarkozy in seinem Buch.

    Kapitel aus Merkels Leben

    In dem oskargekrönten Drama aus dem Jahr 2006 „Das Leben der Anderen“ wird ein beklemmendes Bild von der DDR-Gesellschaft gezeichnet, die durch den Stasi-Apparat strikt überwacht und in bestimmten Fällen unterdrückt wurde.

    Merkel hatte in der Vergangenheit von sich selbst berichtet, dass sie weder in der SED noch im Widerstand aktiv gewesen sei. Lediglich von einem Engagement in der FDJ berichtete sie später. Das Bemerkenswerte an der ganzen Sache: Die Bundeskanzlerin lässt sich wohl kaum ohne ihr Leben in der DDR verstehen, in der sie als Physikerin tätig war und mit 35 Jahren den Mauerfall erlebte.

    mka/gs

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    Tags:
    DDR, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel