05:51 04 August 2020
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    Die Aufstellung von S-400-Raketensystemen auf den russischen Arktis-Inseln ist ein logischer Schritt, der nur Verteidigungswecken dient. Dies erklärte der Sonderbotschafter des Außenministeriums Russlands, Nikolai Kortschunow.

    „Was die Aufstellung der S-400-Systeme auf russischen arktischen Inseln anbelangt, ist es nach der Schaffung eines dichten Radarfelds über dem Territorium unseres Landes ein logischer Schritt“, sagte er.

    „Das S-400-System dient ausschließlich Verteidigungszwecken. Dessen Stationierung – wo auch immer das sein mag – muss keine Besorgnisse hervorrufen, wenn natürlich jene, die diese Besorgnisse haben, keine aggressiven Absichten in Bezug auf die Region oder das Objekt hegen, die das S-400(-System) schützen muss.“

    Russische Medien betonen, dass die Aussagen eine Reaktion auf frühere Erklärungen des Oberbefehlshabers der US-Navy in Europa und Afrika, Admiral James Foggo, sei, der zuvor auf die Stationierung der neuen russischen Basen in der Arktis und die dortige S-400-Stationierung aufmerksam geworden war. Medien präzisieren jedoch nicht, wann genau Foggo darüber gesprochen habe.

    Vorwürfe der „Militarisierung“

    Unter anderem kommentierte Kortschunow die Worte des Nato-Generalsekretärs, Jens Stoltenberg, gegenüber deutschen Medien, wonach man „eine massive russische Aufrüstung an der Nato-Grenze - in der Arktis, im Baltikum, vom Schwarzen Meer bis zum Mittelmeer“ beobachte.

    Der russische Diplomat betonte, trotz einer erzielten gemeinsamen Erklärung beim Ministergipfel in Rovaniemi, gemäß der alle Mitgliedstaaten des Arktischen Rates ihr Engagement für die Friedenserhaltung, Stabilität und das konstruktive Zusammenwirken bestätigt haben, die Nato-Mitglieder vor dem Hintergrund der Vorwürfe gegen Russland über die „Militarisierung“ der Region dort das Militärpotenzial weiter aufgestockt, darunter auch mit dem Potential der nichtarktischen Länder, und die Maßstäbe der im Polargebiet durchgeführten Militärübungen mit dem Szenario weiter vergrößert hätten, „in dem Russland als Hautbedrohung betrachtet wird“.

    Im September 2019 hatte Russland begonnen, die in der Region stationierten Einheiten mit S-400-Komplexen auszurüsten. Als Erstes erhielten die Flugabwehrraketensysteme ein Regiment auf der Insel  Nowaja Semlja des Südarchipels.

    Im Dezember sagte der Kommandeur der Nordflotte, Alexander Moiseew, dass alle arktischen Divisionen der Nordflotte S-400-Komplexe erhalten würden.

    Russland hat in den letzten Jahren die Truppengruppierung in der Arktis wesentlich aufgestockt. Wie das russische Verteidigungsministerium verlauten ließ, sind im Arktisgebiet 20 Flugplätze modernisiert und neuartige Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme – Tor-M2DT und Panzir-S – aufgestellt worden.

    ak/sna/ae

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    Tags:
    NATO, Jens Stoltenberg, S-400, Außenministerium Russlands, Arktis, Russland