07:39 14 August 2020
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    Konfliktbeladene Beziehungen werden absichtlich verschärft, internationale Sicherheitssysteme werden untergraben, zwischenstaatliche Verträge werden verworfen – das Ergebnis dieser US-Politik sind größere Spannungen, Gefahren und Bedrohungen in der Welt, sagt ein Experte im Sputnik-Gespräch.

    Man müsse die privaten Daten von US-Bürgern schützen, erklärten amerikanische Offizielle, um zu begründen, warum sie jüngst das chinesische Generalkonsulat in Houston geschlossen haben. Das Außenministerium in Peking wertete die Schließung als „politische Provokation“ und versprach „entschiedene Gegenschritte“: Nun ist das amerikanische Generalkonsulat in Chengdu auf Anordnung chinesischer Behörden geschlossen worden.

    Diese Episode ist nur ein Ereignis unter vielen in einer Krise, die Washington absichtlich provoziere, erklärt Asienexperte Wladimir Kolotow von der Sankt Petersburger Staatlichen Universität im Sputnik-Gespräch: „Die USA versuchen, das eigene Ansehen in der Welt durch eine alte Methode zu retten.“

    Diese Methode heißt: Krisen schüren, um daraus als Sieger hervorzugehen. Um den eigenen Ruf aufzubessern, provozieren die USA Krisen und Konflikte: „Das hat zwar in Afghanistan schon nicht funktioniert, auch in Irak und Syrien nicht. Aber dann versuchen sie halt, einen diplomatischen Krieg zu gewinnen“, sagt der Experte. In echten Krisen – Unordnung im Weltfinanzsystem, Chaos im Inneren – versagen die Vereinigten Staaten hingegen: „Wir sehen zum Beispiel, dass die USA bei der Zahl der Corona-Infizierten alle anderen Länder mit großem Abstand hinter sich lassen.“

    Zielscheiben der Provokationen sind laut dem Asienexperten vordringlich China und Russland. Das Verhältnis zwischen Washington und Peking bleibt sehr angespannt. Beide Seiten überziehen sich gegenseitig mit Vorwürfen. Die US-Regierung beschuldigt die chinesische Führung, falsch auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben. Die chinesische Führung kritisiert im Gegenzug die Einmischung der Amerikaner in die inneren Angelegenheiten Chinas bezüglich der Situation in Hongkong.

    „Ein gutes Ende können diese Provokationen nicht nehmen, denn China und Russland ergreifen selbstverständlich Gegenmaßnahmen. Das Verhältnis der USA zu China und Russland geht weiter abwärts. Es kommt zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen, weil Zulieferketten reißen oder wie gegen Russland einseitige Sanktionen verhängt werden“, so der Wissenschaftler.

    Sicherer wird die Welt dadurch wahrlich nicht, betont der Experte: „Dieses Muster versuchen die USA auf ihre komplette Außenpolitik anzuwenden. Ohnehin konfliktbeladene Beziehungen werden bewusst verschärft, das Maß der Sicherheit nimmt ab, Aufrüstung kommt in Gang und internationale Sicherheitssysteme brechen, weil die USA einseitig aus zwischenstaatlichen Verträgen aussteigen. Die Welt wird durch die Einwirkung der US-Regierung zu einem immer gefährlicheren Ort.“

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    Tags:
    Generalkonsulat, Houston, USA, China