18:44 29 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    1252
    Abonnieren

    Ankara hat mit Blick auf die von ihm durchgeführten Bohrungen im Raum der griechischen Kleininsel Kastelorizo seine Bereitschaft bekundet, mit Athen diesbezüglich zu verhandeln. Zuletzt erhoben beide Länder Anspruch auf dieses Gebiet.

    „Griechenland ist ein wichtiger Nachbar von uns, mit dem wir jedes Thema zu besprechen bereit sind. Jeder soll die Arbeiten auf seinem Territorium fortsetzen – und auf dem umstrittenen Gebiet sollten gemeinsame Arbeiten durchgeführt werden. Unser Präsident hat gesagt: ‚Lasst uns an die Sache konstruktiv herangehen und ein wenig abwarten.‘ Wir werden unsere gemeinsamen Probleme zusammen lösen“, sagte Ibrahim Kalin, der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, gegenüber CNN Turk.

    Der Sprecher fügte hinzu, dass der Druck auf die Türkei seitens Griechenlands, das zu diesem Zweck seine EU-Mitgliedschaft benutzt, „zu keinem Ergebnis führen wird“.  

    Ankara führt seit vergangenem Dienstag Messungen im Raum der griechischen  Kleininsel Kastelorizo durch, was erneut zu Spannungen mit Athen geführt hat. Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ hält sich Angaben zufolge bis zum 2. August im Raum der Insel Kastelorizo auf. Außerdem soll Ankara 15 Kriegschiffe dorthin entsendet haben, was Athen mit Argwohn zur Kenntnis nahm und daraufhin seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt hat.

    Vergangene Woche war bekannt geworden, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Konflikt eingeschaltet hatte und womöglich eine militärische Konfrontation zwischen den beiden Ländern verhindern konnte. Hintergrund ist die Entdeckung von großen Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, die auch einen Interessenskonflikt zwischen der Türkei und dem EU-Mitglied Zypern ausgelöst hatte.

    Umstrittenes Gebiet

    Die Insel Kastelorizo ist zwischen beiden Ländern umstritten, denn in diesem Raum soll die Grenze der ausschließlichen Wirtschaftszonen verlaufen, auf die sich Athen und Ankara nicht einigen können.

    Dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu zufolge kann die nur zehn Quadratkilometer große Insel, die sich zwei Kilometer von der türkischen Küste und 570 Kilometer vom griechischen Festland entfernt befindet, keinen 40.000 Quadratkilometer großen Festlandsockel oder keine ausschließliche Wirtschaftszone haben. Türkische Amtsträger halten es für unzulässig, dass die Insel eine Jurisdiktion auf See schafft, die 4000 Mal größer ist als ihre eigene Fläche.

    Griechenland argumentiert hingegen, dass die Insel bewohnt sei und die gleichen Rechte in Bezug auf Seezonen genieße wie Territorien auf dem Festland. Die Größe der Insel dürfte dabei keine Rolle spielen, heißt es in Athen.

    mka/sna/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Feuerball rast am Himmel über West-Japan hinweg - Video
    Europa als „Gaskammer von Soros”: Ungarischer Museumsleiter nennt Polen und Ungarn „die neuen Juden”
    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Nach Mord an Irans Kernphysiker: Teheran will IAEO-Aktivitäten im Land einschränken
    Tags:
    Griechenland, Mittelmeer, Erdgas, Türkei