05:23 04 August 2020
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    Griechenlands Außenminister Nikos Dendias hat der Führung des Nachbarlandes Türkei „neoexpansionistische Politik“ vorgeworfen. Zudem versuchten hohe geistliche Würdenträger, das Osmanische Reich wiederherzustellen, sagte Dendias am Dienstag in Athen nach einem Treffen mit seiner spanischen Amtskollegin Arancha González Laya.

    „Wir achten die türkische Nation, wie übrigens alle anderen Völker der Erde. Aber wir verurteilen unumwunden die Politik der türkischen Regierung, denn das gesamte Europa verurteilt sie“, so der Minister weiter.

    "Hagia Sophia wieder mit Schwert erobert"

    Dendias erinnerte an das erste muslimische Gebet in der in eine Moschee umgewandelten Hagia Sophia in Istanbul, bei dem der Chef der Verwaltung für die Angelegenheiten der Religion der Türkei, Ali Erbaş, den Dienst mit einem Schwert in der Hand zelebrierte und dabei das Jahr 1453 erwähnte, in dem die Türken Konstantinopel besetzt hatten.

    „Das sprachlos gewordene Europa sieht, wie der geistliche Würdenträger das Museum, die Hagia Sophfia, wieder mit einem Schwert in der Hand erobert. Ein Museum, das vom Begründer der heutigen Türkei (Kemal Atatürk – Anm. d. Redaktion) gestiftet wurde.“ Somit zerstöre die Türkei das moderne Symbol des grenzüberschreitenden Kulturdialogs, um es zu einer Moschee umzuwandeln, kritisierte Dendias.

    Athen zu Dialog mit Ankara bereit

    Er wolle betonen, dass Griechenland immer zu einem Dialog mit der Türkei bereit sei. In ihrer jüngsten Sitzung hätten die Außenminister (der EU) die zuständigen Stellen der Union aufgerufen, Varianten harter Sanktionen für den Fall zu konzipieren, dass sich die Türkei weiterhin gesetzwidrig verhalte sowie Frieden und Stabilität in der Region gefährde. „Eine solche Variante sollte auf dem europäischen Tisch liegen, in der Hoffnung, dass sie nie genutzt wird“, sagte der griechische Chefdiplomat.

    Türkei sucht nach Öl und Gas in umstrittenen Revieren

    Die Entscheidung der Türkei, seismische Messungen im Östlichen Mittelmeerraum vorerst einzustellen, bezeichnete der Minister als ein positives Ereignis.

    „Wir gehen davon aus, dass unsere Gegensätze mit der Türkei im Östlichen Mittelmeerraum und angrenzenden Seegebieten den Festlandsockel in der Ägäis betreffen.“

    İbrahim Kalın, Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, erklärte am Dienstag, dass die von Ankara im Raum der Insel Kastelorizo im Mittelmeer begonnenen seismischen Messungen eingestellt werden könnten, damit mit der griechischen Seite Verhandlungen aufgenommen würden. Zugleich bezeichnete Ankara die Vorwürfe Athens in Bezug auf seismische Arbeiten im Raum von Kastelorizo als unbegründet.

    am/sna/gs

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    Hagia Sophia, Kritik, Politik, Nikos Dendias, Türkei, Griechenland