08:29 02 Dezember 2020
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    Deutschland soll sich angeblich bei Russland nach dem Aufenthaltsort von dem Ex-Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek erkundigt haben, berichtet die Zeitung „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf Informationen der deutschen Regierung.

    Die deutsche Regierung soll demnach am 22. Juli an russische Beamten eine Frage gerichtet haben, ob Marsalek nach Russland eingereist wäre. Zudem habe Interpol laut der Zeitung eine „rote Ausschreibung“ gegen den Ex-Wirecard-Vorstand erlassen, was auf einen internationalen Haftbefehl gegen eine Person hindeute. 

    Nach WSJ-Angaben hätten russische Vertreter mit Stand vom 28. Juli „die Anfrage Deutschlands nicht befriedigt“. 

    „Uns ist nichts bekannt“

    Die Zeitung „Handelsblatt“ hatte zuvor unter Verweis auf Unternehmer-, Justiz- und Diplomatenkreise mitgeteilt, dass Marsalek „auf einem Anwesen westlich von Moskau unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes GRU“ untergebracht sein soll. Dabei soll der Ex-Wirecard-Vorstand erhebliche Summen „in Form von Bitcoins“ aus Dubai nach Russland gebracht haben.

    Der russische Kremlsprecher Peskow antwortete auf eine Frage eines Journalisten hinzu: „Uns ist nichts bekannt“. 

    Wirecard-Eklat

    Wirecard wickelt als Zahlungsdienstleister die bargeldlosen Geldflüsse zwischen Händlern auf der einen und Banken sowie Kreditkartenfirmen auf der anderen Seite ab. Weltweit beschäftigt der Konzern knapp 6000 Menschen.

    Der Vorstand hatte für die Wirecard AG am 25. Juni einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Auslöser für den Insolvenzantrag war das Eingeständnis mutmaßlicher Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, die das High-Tech-Unternehmen aus dem Münchner Vorort Aschheim an den Rand des Abgrunds getrieben haben. 

    Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Vorstandschef Marcus Braun und weitere ehemalige und aktive Spitzenmanager. Das Münchner Amtsgericht hatte den Anwalt Michael Jaffé als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt, der nun zunächst die Überlebensfähigkeit des Unternehmens einschätzen muss.

    Jan Marsalek war bei Wirecard für das operative Tagesgeschäft zuständig.

    ao/tm/sna

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    Vorstand, Aufenthalt, Russland, Deutschland