02:55 15 August 2020
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    US-Präsident Donald Trump vernachlässigt nach Auffassung der Zeitung „The Washington Post“ die Durchführung einer einheitlichen Politik gegenüber Russland und untergräbt die Außenpolitik des Landes. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen namentlich nicht genannten ranghohen Beamten der Regierung.

    Demnach verschleiern die Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Verwaltungsbeamten über Russland die mangelnde strategische Vorgehensweise gegenüber Moskau.

    Trump untergrabe die US-Politik, äußerte ein ehemaliger Beamter, der unter der Bedingung der Anonymität mit der Zeitung sprach. Dies liege nicht unbedingt an Trumps Lobreden auf Putin, sondern daran, dass „es keine kohärente Politik gibt“, sagte der ehemalige Beamte. „Es gibt keine Aufgabenverlagerung, um die Details der Art von Geschäften, die er machen will, auszuführen“.

    Daher würden Experten die Aktivitäten der heutigen US-Regierung als taktische Reaktion auf russische Aktionen einstufen. Viele dieser Reaktionen, von Sanktionen bis hin zur Bekämpfung der „Desinformation“, seien vom Kongress initiiert oder gefördert worden

    Nach Ansicht der Zeitung hat die Meinungsverschiedenheit zwischen Präsident Trump und seinem nationalen Sicherheitsteam über Russland in der vergangenen Woche einen neuen Höhepunkt erreicht.

    So habe Trump beispielsweise am Dienstag mitgeteilt, er habe Berichte über angeblich von Russland bezahlte Kopfgelder für die Tötung von US-Truppen in Afghanistan bei keinem der Telefonate mit seinem russischen Amtskollegen, Wladimir Putin, zur Sprache gebracht.

    Am Mittwoch, als Verteidigungsminister Mark Esper die US-Pläne über einen Abzug von 12.000 Soldaten aus Deutschland für eine bessere Stationierung der Nato-Kräfte zur „Abschreckung Russlands“ angekündigt habe, habe der US-Staatschef eine andere Erklärung für die Vorgehensweise gehabt: Es gehe um eine Abrechnung mit dem Nato-Verbündeten Deutschland für das jahrelange Abzocken der Vereinigten Staaten bei Verteidigung und Handel, sagte er vor Reportern im Weißen Haus: „Warum sollten wir alle unsere Truppen dort behalten?“ Russland ließ er unerwähnt.

    Trump habe selbst betont, dass sowohl die US-Truppenabzüge aus Europa als auch die Sanktionen gegen am Bau der Pipeline Nord Stream 2 beteiligten Unternehmen viel mehr mit einer Bestrafung Deutschlands, das „ein häufiges Ziel von Trumps öffentlichem und privatem Zorn“ sei, zu tun hätten, als dass sie Teil einer umfassenden Russland-Strategie wären.

     

    asch/ae

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    Tags:
    Außenpolitik, Politik, Donald Trump, Russland, USA