16:04 21 September 2020
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    Drei US-Senatoren haben in einem Brief an den Fährhafen Sassnitz auf Rügen mit „finanzieller Zerstörung“ in dem Fall gedroht, wenn das Unternehmen seine Hilfe bei Fertigstellung der Gasleitung Nord Stream 2 nicht einstellt. Dies teilt das „Handelsblatt“ am Donnerstag unter Verweis auf ein ihm zur Verfügung stehendes Schreiben mit.

    Demnach schrieben Ted Cruz, Tom Cotton und Ron Johnson in einem drei Seiten umfassenden Brief vom 5. August:

    „Wenn Sie weiterhin Waren, Dienstleistungen und Unterstützung für das Nord-Stream-2-Projekt bereitstellen, werden Sie das zukünftige finanzielle Überleben Ihres Unternehmens zerstören.“

    Im Hafen ankerte früher eines der beiden russischen Spezialschiffe, die Rohrlegebarge „Fortuna“. Der eventuelle Hauptretter des Projektes, die „Akademik Cherskiy“, ankert da bis heute.

    Die Hafenverwaltung hat sich bisher dazu nicht geäußert.

    Pipeline wird weitergebaut

    Inzwischen gehen Berichten zufolge die Arbeiten an der Nord-Stream-Pipeline weiter – unter anderem auch mit dem Wohnschiff „Rossini“.

    Wie die „Ostsee-Zeitung“ (OZ) am Wochenende berichtete, liegt die „Rossini" schon seit einigen Wochen im Stadthafen Sassnitz. Schlepper hätten das Schiff Anfang Juni dorthin gebracht, seitdem beherberge die „Rossini“ rund 140 Arbeiter, so das Blatt. Demzufolge bringen Busse eines Reiseunternehmens die Arbeiter täglich zum Fährhafen Mukran, wo seit Mai die „Akademik Cherskiy“ ankert.

    Der OZ zufolge bereiten die Arbeiter - Engländer, Russen, Ukrainer, Italiener – vermutlich den Bau des letzten Abschnitts vor. Offenbar aus Angst vor den drohenden US-Sanktionen würden sich alle Beteiligten bedeckt halten.

    Nord Stream 2 

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Pipelinesträngen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland vor. Der russische Staatskonzern Gazprom ist mit 50 Prozent beteiligt. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie. Die USA wollen das Projekt verhindern, weil es mit ihrem Flüssigerdgas konkurriert.

    Der Bau der Pipeline wurde Ende vorigen Jahres gestoppt, nachdem die USA ihren Verteidigungshaushalt mit Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen verabschiedet hatten. Daraufhin stieg das Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung beauftragt war, aus dem Projekt aus.

    pd/mt

     

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    Tags:
    Zerstörung, Nord Stream 2, Sanktionen, US-Senator, USA