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    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)
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    Die Festnahme von 33 russischen Bürgern in Minsk soll eine Provokation der ukrainischen Geheimdienste gewesen sein, schreibt die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ unter Verweis auf eine russische Geheimdienst-Quelle.

    Ende Juli waren in Weißrussland 33 Russen festgenommen worden, denen die Behörden des Landes vorgeworfen hatten, Ausschreitungen vorbereitet zu haben. „Komsomolskaja Prawda“ behauptet, dies sei eine Provokation der Geheimdienste der Ukraine gewesen. 

    Auf „Rosneft“-Affäre hereingefallen

    Einige „Kuratoren“, die sich als Rosneft-Mitarbeiter ausgaben, sollen demnach unter den Ex-Mitarbeitern des russischen Militärunternehmens Wagner nach Menschen für die Bewachung von Ölobjekten im Ausland gesucht haben. Der Ex-Kämpfer im Donbass, Artjom Miljaew („Schamane“ genannt), habe freiwillig seine Hilfe angeboten – er sollte 180 Menschen finden, berichtet die Zeitung.

    Diese Menschen sollten angeblich an Rosneft-Projekten teilnehmen und sich nach Venezuela begeben. Sie seien in fünf Gruppen eingeteilt gewesen, die erste davon sollte am 24. Juli nach Minsk fahren. 

    „In der ersten Gruppe des 'Schamanen' waren hauptsächlich Leute, die zuvor die ukrainische Staatsangehörigkeit hatten und die im Donbass gekämpft hatten.“

    Die Gruppe soll der Zeitung zufolge die Route Istanbul-Havanna-Caracas fliegen, der „Schamane“ habe Kopien der Flugtickets bekommen, die, wie sich ferner herausstellte, in der Ukraine gekauft worden seien. 

    „Während sich die 'Schamanen'-Gruppe auf die Reise vorbereitete, wurden ihre Tickets nach Istanbul storniert und auf den 30. Juli umgebucht. Darüber wurden die Reisenden nicht informiert. Während die Gruppe aus Moskau nach Minsk reiste, wurde die Ticket-Buchung der meisten ihrer Mitglieder auch für den 30. Juli storniert.“

    „Komsomolskaja Prawda“ schreibt, der „Schamane“ sei dennoch über die Stornierung seines Fluges benachrichtigt worden; er habe einen Hinweis bekommen, die alten Flugscheine zu vernichten. „Indem sie die Tickets zerrissen, zerstörten die Russen wichtige Beweise, deren Spuren nach Lwiw oder Kiew führen würden“, hieß es. 

    Schlag gegen russisch-weißrussische Beziehungen 

    Die Festnahme hängt laut der Zeitung damit zusammen, dass Minsk „eine Liste von Passagieren aus Kiew“ gehabt habe. Sie vermutet, dass die Geheimdienste Weißrusslands in engem Kontakt mit den ukrainischen gestanden hätten, als Minsk von der Ukraine über die Einreise von Saboteuren informiert worden sei. 

    Das Blatt zieht Fazit: Den ukrainischen Geheimdiensten sei es gelungen, ein Fake-Projekt zu schaffen, in das sie 180 Staatsbürger Russlands involviert hätten. Damit habe die Ukraine zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – das Militärunternehmen Wagner und Rosneft; doch den entscheidenden Schlag hätte sie den russisch-weißrussischen Beziehungen versetzt. 

    Telefonat zwischen Putin und Lukaschenko

    Wladimir Putin hat mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko die Festnahme von 33 Russen am Telefon besprochen. „Es wurde Zuversicht gezeigt, dass die entstandene Situation im Geiste des Einvernehmens geregelt wird, was für Zusammenarbeit der zwei Länder typisch ist“, teilte der Pressedienst des Kremls mit. 

    ao/sb/sna

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    Tags:
    Rosneft, Provokation, ukrainische Geheimdienste, Russland, Ukraine, Festnahme, Weißrussland