13:07 29 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    73714
    Abonnieren

    Die Rettungshelfer aus Deutschland, die nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut im Auftrag der Bundesregierung am Mittwochabend im Libanon eingetroffen sind, haben sich von dem Ausmaß der Zerstörung schockiert gezeigt. 

    „Das Einsatzgebiet ist wirklich riesig“, sagte die Sprecherin des Technischen Hilfswerks (THW), Georgia Pfleiderer, am Freitag aus dem Einsatzgebiet der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Telefon. Die Schäden seien immens.

    „Was hier an Gebäuden stand, das waren ja richtige Hochregallager und Großgebäude, die liegen alle in Trümmern. Das ist wirklich eine Dimension, die ist echt atemberaubend.“ Ihr bisher fünfter THW-Einsatz im Ausland sei „vom Ausmaß des Schadens das Größte, was ich bisher gesehen habe“.

    Derzeit sind vor Ort knapp 50 Helfer im Einsatz.

    Nach offiziellen Angaben kamen bei der Katastrophe mehr als 150 Menschen ums Leben, etwa 5000 wurden verletzt. Unter den Trümmern werden noch Vermisste vermutet. Nationale sowie internationale Helfer suchen demnach weiter nach Überlebenden.

    Vermisste habe das Team noch keine finden können, sagte Pfleiderer. Man sei aber durchgehend mit Mensch und Hund im Einsatz und auf der Suche. „Wir arbeiten in zwei Teams, damit die einen immer in Ruhe sind und die anderen sich um die Arbeiten kümmern“, erklärte sie.

    Luftwaffe fliegt Krisenunterstützungsteam nach Beirut

    Die Bundeswehr flog am Freitag ein Krisenunterstützungsteam (KUT) in die libanesische Hauptstadt, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin bestätigte. Die aus Soldaten und Mitarbeitern des Außenministeriums bestehenden Teams sollen Informationen sammeln und Pläne vorbereiten, um Deutsche zu schützen und bei möglichen Evakuierungen zu helfen.

    Ziel des Einsatzes von Krisenunterstützungsteams sei die Vorbereitung zum bestmöglichen Schutz von Deutschen im Ausland in Krisenlagen, so die Bundeswehr. Die Teams unterstützten „aktiv, wenn erforderlich, bei der Durchführung einer notwendigen Evakuierung von Deutschen, aber gegebenenfalls auch EU-Staatsbürgern und Angehörigen anderer Nationen“.

    Am Vortag hatte ein Erkundungsteam der Bundeswehr die Arbeit aufgenommen, um Katastrophenhilfe für die libanesische Bevölkerung vorzubereiten. Das Angebot, ein schnell errichtbares, dafür jedoch kleines Luftlanderettungszentrum aufzubauen, hat die libanesische Seite inzwischen abgelehnt. Sie setzt auf größere Feldlazarette. Vor der Küste liegt die deutsche Korvette „Ludwigshafen am Rhein“. Das Schiff unterstützt die deutschen Kräfte an Land sowie die Botschaft und verfügt auch über Kommunikationstechnik.

    Seit Mittwoch ist auch das 13-köpfige Team der im Landkreis Osnabrück ansässigen Rettungsorganisation @fire Internationaler Katastrophenschutz im Libanon im Einsatz.

    NRW-Regierung will Verletzte aufnehmen

    Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat einem Bericht zufolge die Aufnahme von Verletzten aus dem Libanon angeboten. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag) berichten, schrieb Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einem Brief an Libanons Botschafter in Deutschland, Mustapha Adib-Abdul-Wahed, dass das Land bereit sei, schwer verletzte Patienten aus den überfüllten Krankenhäusern in Beirut in Nordrhein-Westfalen zu behandeln.

    pd/mt/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Europa als „Gaskammer von Soros”: Ungarischer Museumsleiter nennt Polen und Ungarn „die neuen Juden”
    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Von Russen für Russland-Film gefeiert: Deutscher über seine Erlebnisse im „riesengroßen Mysterium“
    Tags:
    Hafen, Schock, Ausmaß, Vermisste, Verletzte, Explosion, Libanon