02:40 06 Dezember 2020
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    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Drohungen von US-Senatoren gegen den Hafen Sassnitz-Mukran im Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 scharf zurückgewiesen und von der Bundesregierung eine Reaktion gefordert, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

    „Diese Drohungen sind absolut inakzeptabel. Deutschland kann selbst entscheiden, woher und auf welchem Weg es seine Energie bezieht“, sagte Schwesig am Freitag in Schwerin der dpa.

    „Mecklenburg-Vorpommern hält am Bau der Pipeline fest. Ich erwarte auch von der Bundesregierung, dass sie diesen Erpressungsversuchen entschieden entgegentritt“, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“.

    US-Drohbrief

    Drei US-Senatoren hatten dem Hafen auf Rügen in einem Brief mit schweren Sanktionen gedroht.

    „Den Vorstandsmitgliedern, leitenden Angestellten und Aktionären der Fährhafen Sassnitz GmbH wird die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt, und jegliches Eigentum oder jegliche Eigentumsbeteiligung, die sie in unserem Zuständigkeitsbereich haben, wird eingefroren“, heißt es in dem auf den 5. August datierten Brief.

    Russische Rohrlegeschiffe in Norddeutschland vor Ort

    Im Hafen von Mukran lagern die für die Fertigstellung der Ostsee-Pipeline benötigten Stahlrohre. Sie sind vor Jahren in einer Fabrik in Mukran mit Beton ummantelt worden.

    Nach den im Dezember 2019 verhängten US-Sanktionen sollen jetzt zwei russische Schiffe die Pipeline vollenden. Das Verlegeschiff „Akademik Cherskiy“ des russischen Gaskonzerns Gazprom liegt bereits in Mukran, die „Fortuna“ in Rostock.

    Gaspipeline Nord Stream 2

    Die USA lehnen Nord Stream 2 ab und haben bereits Sanktionen gegen Konzerne beschlossen, die am Bau der Pipeline beteiligt sind. Dazu gehören der russische Staatskonzern Gazprom und fünf große europäische Energieversorger, die in das Projekt bereits jeweils 950 Millionen Euro investiert hatten. Für die andere Hälfte kam Gazprom auf.

    Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee ist zu 94 Prozent fertig. Von den insgesamt 2460 Kilometern - die sich ergeben, weil die 1230 Kilometer lange Pipeline aus zwei parallelen Strängen besteht - fehlen nur noch gut 150: etwa 120 in dänischen und mehr als 30 in deutschen Gewässern.

    am/jeg

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    Empörung, Nord Stream 2, US-Sanktionen, Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland