08:29 30 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    191198
    Abonnieren

    Das Schiff „Rhosus“ mit einer Ladung Ammoniumnitrat, wodurch vermutlich die Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut verursacht wurde, ist dort 2013 angekommen und 2018 vor dem nördlichen Teil der Marinestation gesunken. Dies hat die Zeitung „The New York Times“ (NYT) anhand von Schiffsbewegungsdaten und Satellitenbildern berichtet.

    Seine letzte Reise habe „Rhosus“ vom Hafen in der georgischen Stadt Batumi aus im September 2013 angetreten, hieß es. Das Schiff sei auf dem Weg nach Mosambik gewesen, habe jedoch einen außerplanmäßigen Zwischenstopp in Beirut einlegen müssen, um zusätzliche Fracht aufzunehmen.

    ​Wie der frühere Kapitän des Schiffes, Boris Prokoschew, der NYT mitteilte, mussten sie zusätzliches Geld verdienen, um den Suezkanal passieren und diese Fahrt bezahlen zu können. Laut Anwälten, die im Namen der Gläubiger des Schiffes handelten, sollte die zusätzliche Fracht nach Jordanien geliefert werden, berichtete die Zeitung.

    In Beirut hätte die Hafenverwaltung jedoch das 27 Jahre alte Schiff beschlagnahmt, nachdem sie zahlreiche Mängel festgestellt hätte. Die Besatzungsmitglieder seien angewiesen worden, an Bord zu bleiben. Im August 2014 seien die Crewmitglieder dann freigelassen worden. Das Schiff selbst sei verlassen geblieben. Die Fracht von „Rhosus“ - etwa 2750 Tonnen Ammoniumnitrat - sei von den libanesischen Behörden zum Hafenlager transportiert worden.

    ​2015 sei das Schiff etwa 300 Meter von seinem Standort verlegt worden, damit es den Schiffsverkehr nicht behinderte. Eine auf den Satellitenbildern basierte Analyse habe gezeigt, dass „Rhosus“ im Februar 2018 zu sinken begonnen habe und innerhalb weniger Tage gesunken sei, schrieb die NYT. 

    Mega-Explosion in Beirut

    Eine gewaltige Explosion hatte am Dienstagabend den Hafen von Beirut in der Nähe des libanesischen Marinestützpunktes erschüttert. Sie hat bislang 154 Todesopfer gefordert, diese Zahl kann weiter steigen. Etwa 5000 Menschen wurden verletzt. Unter den Trümmern werden noch Vermisste vermutet. Nationale sowie internationale Helfer suchen weiter nach Überlebenden.

    Nach Angaben der örtlichen Behörden wurde die Explosion durch die Detonation von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat verursacht, die 2014 vom Zoll beschlagnahmt und gelagert wurden. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden, hieß es. Laut NYT wurden 20 Hafenbeamte festgenommen.

    pd/mt/sna

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Jerewan: Türkisches Kampfflugzeug schießt Su-25 armenischer Luftwaffe ab – Ankara dementiert
    Im Falle türkischer Einmischung: Armenien verspricht „Iskander“-Raketen einzusetzen
    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Kreml kommentiert Merkels Treffen mit Nawalny
    Tags:
    Beschlagnahme, Schiff, Opfer, Hafen, Explosion, Beirut