09:30 30 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
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    Die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja hat den Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland für sich erklärt und die Behörden des Landes gebeten, darüber nachzudenken, wie diese Macht auf friedliche Weise übertragen werden kann.

    Die Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja hat erklärt, sie habe mit dieser harten Reaktion der weißrussischen Behörden auf die Proteste nicht gerechnet, die nach dem Ende der Abstimmung bei den Präsidentschaftswahlen am Sonntag erfolgte.

    „Ich war mir sicher, dass die Behörden keine solchen Schritte unternehmen würden”, sagte Tichanowskaja am Montag auf einer Pressekonferenz in Minsk.

    Ihr zufolge ist das, was am vergangenen Tag im Land passiert ist, inakzeptabel. Die Tatsache, dass die Leute am Sonntag im Grunde genommen keine Internetverbindung hatten, bezeichnete sie als verbrecherisch.

    „Wir haben die Behörden zuvor gebeten, von Gewalt abzusehen, sind aber nicht gehört worden”, fuhr Tichanowskaja fort.

    Sie glaubt, dass sich die Behörden „vom Volk entfremdet” hätten und versuchten, ihre Positionen mit Gewalt zu behaupten. Tiсhanowskaja fügte hinzu, dass gegen die Demonstranten „unverhältnismäßige Maßnahmen” ergriffen worden seien.

    „Wir sind für friedliche Veränderungen. Die Behörden müssen jetzt darüber nachdenken, wie diese Macht auf friedliche Weise übertragen werden kann. Im Moment ist ihr einziger Weg die Gewalt gegen Zivilisten. Wir werden alles tun, um dies zu verhindern”, so Tiсhanowskaja.

    Sie erklärte, dass sie die von der Zentralen Wahlkommission des Landes angekündigten vorläufigen Abstimmungsergebnisse bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland nicht anerkenne.

    „Natürlich erkennen wir diese Ergebnisse nicht an”, gab sich Tichanowskaja kämpferisch.

    Sie erklärte, dass ihr Team Informationen über Daten der Stimmenzählung einzelner Wahllokale hätte, bei denen ein „Übergewicht in ihre Richtung” in mehr als zehnfacher Höhe registriert worden sei.

    „Es kann nicht sein, dass es beim Rest der Wahllokale anders ist. Wir sammeln Informationen über die Protokolle (Auszählung der Stimmen in den Wahllokalen – Anm. d. Red.). Wir werden unser Bestes tun, um diese Ergebnisse anzufechten”, sagte sie.

    Ihre Kollegin Maria Kolesnikova machte drauf aufmerksam, dass die offiziellen Abstimmungsergebnisse bei den Präsidentschaftswahlen erst am 14. August vorliegen würden.

    „Wir erhalten weiterhin Protokolle der Wahlkommissionen, bei denen die Zahlen sehr unterschiedlich sind. Wir werden weiter zählen und der Diskrepanz mit den Ergebnissen nachgehen, die die Zentrale Wahlkommission vorlegen wird. Es tauchen immer mehr Informationen über Wahllokale auf, wo ehrlich gewählt und gezählt wurde. Die Zahlen konvergieren auch jetzt noch nicht”, betonte Kolesnikova.

    Vorläufige Ergebnisse der Zenralen Wahlkommission

    Weißrusslands amtierender Präsident Alexander Lukaschenko gewinnt nach vorläufigen Ergebnissen bei den Präsidentschaftswahlen 80,23 Prozent der Wählerstimmen, wie die Chefin der Zentralen Wahlkommission des Landes, Lidija Jermoschina, am Montag mitteilte. Die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt nach vorläufigen Angaben 9,9 Prozent der Stimmen.

    Andrey Dmitriev bekam 1,04 Prozent der Wählerstimmen, Anna Kanopatskaja unterstützten 1,68 Prozent der Wähler und für Sergey Tscheretschenj entschieden sich 1,13 Prozent der Wahlberechtigten.

    6,02 Prozent der Wähler stimmten gegen alle.

    An der Abstimmung nahmen 5.790.000 Menschen teil. Damit belief sich die Wahlbeteiligung auf 84,23%.

    Proteste und Gewalt nach Wahl in Weißrussland

    Am Sonntagabend war es in mehreren Städten Weißrusslands zu nichtgenehmigten Protestaktionen gekommen. Im Stadtzentrum von Minsk errichteten die Demonstrierenden Barrikaden aus Mülleimern.

    Die Zusammenstöße der Protestler mit den Ordnungskräften in Minsk dauerten fast vier Stunden. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Lärmgranaten gegen die Protestierenden ein und zwang die Protestler gegen Mitternacht dazu, das Stadtzentrum zu verlassen. Bei den Protesten wurden mehrere Menschen verletzt, einige von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht.

    ai/sna/ae

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