22:23 19 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)
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    Nach landesweiten Protesten in Weißrussland beschuldigt Staatschef Alexander Lukaschenko Drahtzieher im Ausland, die Ausschreitungen organisiert zu haben. Bei Protesten gegen seine Wiederwahl waren am Sonntag Dutzende Menschen verletzt und Tausende festgenommen worden.

    Die „Strippenzieher“ säßen unter anderem in Tschechien, sagte Lukaschenko, der am Sonntag zum 6. Mal im Amt des Präsidenten bestätigt wurde, am Montag nach Angaben der staatlichen Agentur Belta.

    Nach seinen Worten wird der Stab der weißrussischen Opposition, in dem „ahnungslose Schäfchen sitzen, von Tschechien aus gesteuert.“ „Ich habe angeordnet, diese Informationen an Medien weiterzugeben.“

    Wie Lukaschenko weiter äußerte, fordern die ausländischen „Strippenzieher“ von der weißrussischen Opposition, weiter Menschen auf die Straße zu bringen und mit der Regierung über eine freiwillige Machtübergabe zu verhandeln.

    „Das heißt: Lukaschenko, der an der Spitze der Machtvertikale und des Staates steht und 80 Prozent der Stimmen hinter sich weiß, soll ihnen freiwillig die Macht übergeben. Das wird von dort (aus dem Ausland) befohlen“, so der weißrussische Präsident.

    Der seit 1994 regierende Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 81,35 Prozent der Stimmen für die sechste Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin Swetlana Tichanowskaja kam auf acht Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt die Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Sonntagabend gingen landesweit viele Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. Nach Angaben des Innenministeriums in Minsk wurden 90 Menschen verletzt, es gab rund 3000 Festnahmen.

    leo/ae

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    Opposition, Swetlana Tichanowskaja, Vorwurf, Tschechien, Alexander Lukaschenko, Proteste, Unruhen, Minsk, Präsidentschaftswahl, Weißrussland