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    Der Reporter von Sputnik Belarus Jewgeni Oleinik, der nach den nächtlichen Unruhen in Minsk festgenommen und verprügelt wurde, hat nun Details über seine Festnahme preisgegeben.

    Oleinik wurde eigenen Angaben zufolge gegen 6 Uhr morgens, etwa zweieinhalb Stunden nach dem Ende der Protestaktionen, in einem anderen Stadtteil festgenommen. Er kehrte gerade aus einem Krankenhaus zurück, wo er einen Beitrag über Verletzte vorbereitet hatte. 

    Als er Polizeibusse fotografieren wollte, verprügelten ihn die Bereitschaftspolizisten sofort und nahmen ihn fest. 
    Er sei zu Boden gefallen, danach habe man ihn ein paar Mal mit den Füßen getreten. Es sei ihm gelungen, eine schützende Haltung einzunehmen.

    „Es tat weh, aber mein Körper wurde tauber, als wir auf Stühlen, gebeugt, Kopf auf Kniehöhe, saßen. Wir durften die Position nicht ändern. Wahrscheinlich, damit wir die Gesichter von jenen, die uns festgenommen haben, nicht sehen konnten“, schilderte der Journalist.

    Die Sicherheitsbeamten hätten ihm nicht erklären wollen, warum er festgenommen worden sei. „Die Polizei wird sich darum kümmern“, vernahm er als Antwort. „Wie Vieh“ habe man die Festgenommenen behandelt. 

    „Als ich sagte, dass ich ein Journalist von Sputnik Belarus sei, schlug man mir gerade mit einem Handy gegen den Kopf oder den Hinterkopf... Ich schreibe seit langem über Sicherheitsbeamte, bin aber noch nie mit einem solchen Verhalten konfrontiert gewesen“, gestand Oleinik. 

    Bevor sie ihn gehen ließen hätten er und die weiteren Festgenommenen ein Protokoll unterzeichnen müssen, dem zufolge sie Teil einer nicht genehmigten Kundgebung gewesen seien, dem völlig zustimmten und auf den Prozess warteten. „Ich bat darum, mich mit den Materialien zu dem Fall vertraut zu machen, was mir verweigert wurde.“

    Laut dem Sputnik-Büro in Minsk ist der Journalist derzeit zu Hause. 

    om/ae

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    Sputnik, Festnahme, Journalisten, Proteste, Präsidentenwahl, Weißrussland