09:36 30 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
    42313
    Abonnieren

    In der weißrussischen Hauptstadt Minsk haben die Behörden mit weiteren Festnahmen begonnen.

    Wie ein Sputnik-Reporter vor Ort berichtete, werden verstärkte Aufgebote der Miliz (Bezeichnung der Polizei in Weißrussland – Anm. d. Red.) und der Spezialeinheit OMON zur Stele „Minsk – Heldenstadt“, wo es gestern zu Massenprotesten gekommen war, zusammengezogen. 

     

    Die nahe gelegenen Parkanlagen würden von der Miliz abgeriegelt. Der Zutritt sei nur nach einer Durchsuchung möglich. Der Bereich rund um die Stele sei vorläufig für den Autoverkehr nicht gesperrt, so der Sputnik-Reporter.

    Einige vorbeifahrende Fahrer unterstützten die Opposition mit Signalhupen. In dem Bereich seien kleinere Menschengruppen zu sehen. 

    Im Stadtzentrum gebe es auch solche, die das Geschehen aus der Entfernung beobachten würden. Journalisten vermuten, dass es sich dabei um Anhänger der Protestierenden handeln soll, da sie weiße T-Shirts, die Proteste symbolisieren, trügen. Die OMON-Leute forderten die Schaulustigen dazu auf, nach Hause zu gehen.

    Die Angehörigen der Sicherheitskräfte erklären laut dem Reporter von RIA Novosti den Passanten, dass es gefährlich sei, sich dort aufzuhalten, und verbieten, Fotos zu machen. Die OMON-Streifen gingen entlang der aufgestellten Absperrung sowie würden durch die Nebenstraßen patrouillieren. Sie gingen auf die Passanten und Schaulustigen zu und  forderten von ihnen, sich nicht zusammenzudrängen.

    Vier Hauptstationen der Minsker U-Bahn seien nur für den Ausgang geöffnet.      

    Am Montagabend teilte der Mitarbeiter Konstantin Pridybailo des Fernsehsenders RT in seinem Telegram-Kanal mit, er sei in Minsk festgehalten worden. Nach einiger Zeit wurde er aber freigelassen. 

    Proteste in Weißrussland

    In mehreren weißrussischen Städten, darunter auch in Minsk, kam es am Sonntagabend, nach den Präsidentschaftswahlen, zu Massenprotesten. Im Zentrum von Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Blendgranaten gegen sie ein und verdrängte die Demonstranten aus dem Stadtzentrum. Infolge der Protestaktionen wurden landesweit etwa 3.000 Menschen festgenommen und etwa 100 Menschen verletzt.

    Wegen Massenunruhen und Gewaltanwendung  gegen Polizisten wurden Strafverfahren eingeleitet. Den Beteiligten drohen zwischen acht und 15 Jahren Freiheitsentzug.  

    Präsidentschaftswahlen in Weißrussland

    Am Sonntag fanden in Weißrussland Präsidentschaftswahlen statt. Nach vorläufigen Angaben der Wahlbehörde konnte der amtierende Staatschef, Alexander Lukaschenko, 80,08 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Seine Rivalin Swetlana Tichanowskaja erhielt 10,09 Prozent. 

    Wie die Zentrale Wahlkommission am Montag bekannt gab, hat die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja Beschwerde gegen die offiziellen Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl bei der weißrussischen Wahlbehörde eingelegt.
    Indes kündigte das Team von Swetlana Tichanowskaja an, nicht an Protesten teilnehmen zu wollen, um Provokationen zu vermeiden. 

    ns/sna/gs 

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)

    Zum Thema:

    Jerewan: Türkisches Kampfflugzeug schießt Su-25 armenischer Luftwaffe ab – Ankara dementiert
    Im Falle türkischer Einmischung: Armenien verspricht „Iskander“-Raketen einzusetzen
    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Kreml kommentiert Merkels Treffen mit Nawalny
    Tags:
    Spezialeinheit OMON, Swetlana Tichanowskaja, Festnahmen, Proteste, Alexander Lukaschenko, Präsidentschaftswahl, Weißrussland