21:32 19 September 2020
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    Die Bundesregierung hat die von der türkischen Regierung angekündigten seismischen Messungen auf der Suche nach Erdgas südlich der griechischen Insel Kastelorizo (Megisti) kritisiert. Ankara verschlechtere damit auch das Verhältnis zur Europäischen Union weiter, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes dazu am Montag in Berlin.

    „In dieser Hinsicht sind weitere seismische Erkundungen zu diesem Zeitpunkt sicherlich das falsche Signal“, wurde er von der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Die Bundesregierung rufe die Türkei und Griechenland auf, die Probleme im Dialog zu lösen.

    Ende Juli hatten sich die beiden Nato-Staaten nach einem Engagement der Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf geeinigt, einen Dialog zum Thema Energie im östlichen Mittelmeer aufzunehmen.

    Athen stuft türkische Messungen als illegal ein

    Die Suche der Türkei nach Erdgas südlich der griechischen Inseln ist aus Sicht Athens illegal, weil diese Region zur ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehöre. Auch die EU hat diese türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Nach türkischer Lesart haben die Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine ausschließliche Wirtschaftszone. Athen unterzeichnete inzwischen ein Abkommen mit Ägypten, in dem Kairo - gemäß dem internationalen Seerecht - anerkennt, dass die Inseln doch eine solche Zone haben.

    Umstrittene Kleininsel Kastelorizo

    Die Insel Kastelorizo ist zwischen beiden Ländern umstritten, denn in diesem Raum soll die Grenze der ausschließlichen Wirtschaftszonen verlaufen, auf die sich Athen und Ankara nicht einigen können. Dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu zufolge kann die nur zehn Quadratkilometer große Insel, die sich zwei Kilometer von der türkischen Küste und 570 Kilometer vom griechischen Festland entfernt befindet, keinen 40.000 Quadratkilometer großen Festlandsockel oder keine ausschließliche Wirtschaftszone haben. Türkische Amtsträger halten es für unzulässig, dass die Insel eine Jurisdiktion auf See schafft, die 4000 Mal größer ist als ihre eigene Fläche.

    Athen: Fläche der Insel spielt keine Rolle

    Griechenland argumentiert hingegen, dass die Insel bewohnt sei und die gleichen Rechte in Bezug auf Seezonen genieße wie Territorien auf dem Festland. Die Größe der Insel dürfte dabei keine Rolle spielen, heißt es in Athen.

    am/dpa/sna

     

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    Streit, EU, Suche, Gas, Insel, Türkei, Griechenland