15:40 21 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (111)
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    Die weißrussischen Behörden haben in der Hauptstadt Minsk nach Angaben des Staatssenders ONT mehrere Menschen festgenommen, die hinter den andauernden Massenprotesten stecken sollen. Die Proteste waren nach der Präsidentschaftswahl am Sonntag ausgebrochen, die der langjährige Amtsinhaber Alexander Lukaschenko laut amtlichen Angaben gewonnen hat.

    Die Festgenommenen sollen die Handlungen von „Hunderten“ Demonstranten koordiniert haben, wie ONT am Mittwoch via Telegram berichtet.

    „In Minsk wurden Koordinatoren von Massenunruhen festgenommen. Einer von ihnen mietete ein Zimmer im 17. Stock des Hotels Belarus und koordinierte von dort aus die Aktionen“.

    Bei dem Mann handelt es sich nach Informationen des Senders um einen Bewohner von Minsk, der drei weiteren Menschen Anweisungen erteilt haben soll. „Diese leiteten wiederum Hunderte.“

    „Bei der Festnahme leistete der Mann aktiven Widerstand gegen die Beamten und brach einem von ihnen die Nase. Im Rucksack des Mannes wurden mehr als 10.000 Dollar gefunden, die als Vergütung für Teilnehmer der Massenunruhen bestimmt waren", teilte das weißrussische Innenministerium nach Angaben von Sputnik Belarus mit.

    Der seit 26 Jahren regierende Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach vorläufigen Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit mehr als 80 Prozent der Stimmen für die sechste Amtszeit gewählt worden. Seine wichtigste Herausforderin, Swetlana Tichanowskaja, kam auf rund zehn Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkannte die Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Sonntagabend gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die von Behörden genehmigten Demonstrationen dauerten bis Dienstag an. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben, mehr als 200 weitere sind mit Verletzungen im Krankenhaus. In der weißrussischen Hauptstadt errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. Nach Angaben des Innenministeriums in Minsk gab es am Sonntag und Montag etwa 5000 Festnahmen.

    leo/ae

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    Alexander Lukaschenko, Festnahme, Koordination, Anführer, Proteste, Protest, Weißrussland, Minsk