23:07 24 November 2020
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    Mit dem Ausstieg aus mehreren multilateralen Vereinbarungen haben die Vereinigten Staaten laut dem Bundesvorsitzenden der „Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen“ (DGVN), Detlef Dzembritzki, ihre Rolle als Garant der internationalen Ordnung eingebüßt.

    Die USA würden „von einem erratischen Präsidenten ‚geführt’, der dem Land „innenpolitisch und außenpolitisch massiv schadet“, sagte Dzembritzki in einem Interview mit der Initiative „Gesichter des Friedens“. Daher „können die Vereinten Nationen nur bis zu den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November warten und hoffen, dass Donald Trump nicht erneut zum US-Präsidenten gewählt wird“.

    „Die Rolle der USA als Vorbildfunktion und Garant der internationalen Ordnung ist mittlerweile völlig abhanden gekommen, da sie sich immer mehr aus multilateralen Vereinbarungen und Teilen des UN-Systems zurückziehen.“

    Auf die Frage, welche Konfliktherde zurzeit die gefährlichsten seien, antwortete der DGVN-Bundesvorsitzende: „Meiner Meinung nach sind das die USA, der Nahe und Mittlere Osten - mitsamt Iran, Jemen, Libyen und Syrien - sowie der Klimawandel.“

    Die Corona-Krise mache deutlich, dass Brasilien und die USA „von Populisten regiert werden, die teilweise auf unverantwortliche Weise ihre Bevölkerung einem Gesundheitsrisiko aussetzen und die Krankheit klein reden“, findet Dzembritzki. 

    „Solche Regierungen tragen nicht zu einer Lösung für unsere globalen Probleme bei, sondern sind Teil des Problems. Populistische und nationalistische Strömungen führen immer in eine Sackgasse. Sie können die vielfachen, grenzüberschreitenden Krisen von heute nicht lösen und scheitern bereits in ihrem eigenen Land“, so der Chef der DGVN, die der Öffentlichkeit Informationen und Analysen zur Arbeit der Vereinten Nationen bietet.

    Die seit 2019 bestehende Initiative Gesichter des Friedens (Faces of Peace) setzt sich das Ziel, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder Einzelne von uns einen wertvollen Beitrag für ein friedliches und sicheres Zusammenleben leisten kann. Die privat organisierte Initiative hat bereits mehrere Prominente interviewt, darunter den Direktor des renommierten Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), Dan Smith, den deutschen Ex-Außenminister, Sigmar Gabriel, und den slowakischen Außenminister, Miroslav Lajcak.

    leo/ae

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    Tags:
    Deutschland, Frieden, Ausstieg, Vereinbarungen, Verlust, Rolle, Weltordnung, Garant, USA